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Für den Fall der Fälle: Globale Saatbank im ewigen Eis


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Für den Fall der Fälle: Globale Saatbank im ewigen Eis

Hinter einem grauen Betoneingang schlummert die Sicherheitskopie der globalen Nutzpflanzenvielfalt. Die Saatgutbank Global Seed Vault wurde 2008 im ewigen Eis von Spitzbergen eingerichtet, um die Nahrungsversorgung der Menschheit vor Klimakatastrophen und Atomkriegen zu schützen – und seltene, zum Teil uralte Arten vor dem Aussterben zu bewahren.

Internationale Saatgutbanken und Organisationen haben im überschwemmungs- und erdbebensicheren Bau (130 Meter tief im Berg) bislang 860.000 Proben eingelagert, darunter viele unterschiedliche Weizen, Gersten- und Reisarten aus aller Herren Länder: Brasilien, Mexiko, Indien, Zimbabwe und Aserbaidschan.”

Der Fall der Fälle ist bereits eingetreten: Im Herbst 2015 holten Forscher syrisches Saatgut aus dem Safe, um ein Ausweichquartier für die zerstörte Genbank in Aleppo zu schaffen.

Die Tresorhüter hoffen, dass die Proben bald wieder in die Regale zurückkehren. Im globalen Saatgutspeicher hat jedes Land Bleiberecht, sogar Nordkorea.

Brian Lainoff, Crop Trust: “Natürlich waren sie extrem vorsichtig, als sie ihre Proben hier einlagerten. Aber das zeigt den globalen Charakter dieses Saatguttresors. Hier drinnen spielt Politik keine Rolle, sondern allein die Sicherheit.”

Die von der norwegischen Regierung und von der Organisation Crop Trust betriebene Saatbank wird nur zwei- oder dreimal im Jahr für neue Lieferungen geöffnet, die jüngsten kamen aus Japan und den USA. Auch Australien ist ein großer Lieferant mit über 10 Tausend deponeirten Arten.

Fünf verriegelte Türen führen zur Schatzkammer, Einbruch unmöglich.

Bente Naeverdal, Global Seed Vault: “Wir haben dieses Alarmsystem, falls jemand eindringen sollte. Aber das ist noch nie passiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand das wagen würde, hier gibt es keine Kriminalität.”

Den Betreibern des Global Seed Vault zufolge, hat die jüngste Rückgabe syrischen Saatguts den Sinn einer weltweiten Saatbank bewiesen. Die Bewahrung möglichst vieler, selbst alter und wenig ertragreicher Pflanzensorten, ist wichtig, um einen großen Genpool für die Züchtung neuer, resistenterer Arten zu bewahren.

In den drei Räumen des Safes im Permafrost ist Platz für 4,5 Millionen Proben.

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