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Nach Razzia in Belgien: Ermittler finden Waffenlager und IS-Flagge

Ein Toter, vier verwundete Polizisten und mehrere Verdächtige auf der Flucht, das ist die Bilanz des Antiterroreinsatzes vom Dienstag in Brüssel. Die

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Nach Razzia in Belgien: Ermittler finden Waffenlager und IS-Flagge

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Ein Toter, vier verwundete Polizisten und mehrere Verdächtige auf der Flucht, das ist die Bilanz des Antiterroreinsatzes vom Dienstag in Brüssel. Die Polizei hatte in Forest, einem Vorort der belgischen Hauptstadt, nach zwei Personen gesucht, die der Bandenkriminalität verdächtigt werden. Die Beamten wurden mit Kugelsalven aus automatischen Waffen empfangen. Vier von ihnen wurden verletzt, darunter auch eine französische Polizistin. Ein offenbar bewaffneter Mann wurde von einem Scharfschützen erschossen.

Neben seinem Körper fanden die Beamten ein Kalaschnikow-Gewehr, Munition sowie ein Buch über Salafismus und eine Flagge mit dem Symbol des sogenannten Islamischen Staates (IS). Der Getötete war algerischer Staatsbürger und hielt sich illegal in Belgien auf. In der Vergangenheit war er unauffällig, nur wegen einer Ermittlung wegen Diebstahl war er seit 2014 polizeibekannt.

Zwei Personen konnten aus der Wohnung entkommen. Gesucht wird derzeit offenbar noch eine Person, die einen Verwundeten mit einem Beinbruch in ein Krankenhaus gebracht hat. Seine Rolle ist unklar, der Verletzte konnte zunächst nicht befragt werden.

Anschläge von Brüssel aus geplant

Der Einsatz fand in Zusammenarbeit zwischen belgischen und französischen Polizeibeamten statt. Ermittler vermuten, dass die Anschläge vom November in Paris von Belgien aus geplant wurden. So hatten belgische Ermittler im Januar die Wohnung der Eltern von Chakib Akrouh durchsucht. Akrouh hatte sich zuvor in Saint-Denis bei Paris in die Luft gesprengt. Der 25-Jährige war nach Angaben der belgischen Staatsanwaltschaft zuvor nach Syrien gereist und hatte sich dort dem IS angeschlossen. Die Ermittler vermuten, dass Akrouh an den Anschlägen in Paris beteiligt war.

Mutmaßlich noch auf der Flucht ist Salah Abdeslam. Der Franzose soll ebenfalls mit den Terroranschlägen von Paris in Verbindung stehen. Ob er einer der Geflüchteten aus der Wohnung in Forest ist, ist bisher nicht bekannt.