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Britische Sugar Babies sollen blechen

Großbritannien sagt dem Übergewicht den Kampf an, vor allem bei Kindern. Die Regierung will ab 2018 eine Zuckersteuer für Getränke-Unternehmen

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Britische Sugar Babies sollen blechen

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Großbritannien sagt dem Übergewicht den Kampf an, vor allem bei Kindern. Die Regierung will ab 2018 eine Zuckersteuer für Getränke-Unternehmen einführen, egal ob Hersteller oder Importeure. Die Einnahmen – rund 660 Millionen Euro – sollen in den Grundschulsport fließen.

Meinung

"Ein bedeutender Schritt"

Die neue Steuer soll zwei Stufen haben. Reine Fruchtsäfte, Getränke auf Milchbasis und sehr kleine Unternehmen werden ausgenommen.

George Osborne, britischer Finanzminister:

“Veranlagt wird das Volumen der Zucker-gesüßten Getränke, die produziert oder importiert werden. Es wird zwei Stufen geben: eine für einen Gesamtzuckergehalt ab fünf Gramm pro 100 Milliliter; eine zweite, höhere, für die meisten zuckerhaltigen Getränke mit mehr als acht Gramm pro 100 Milliliter.”

Ein Rechenbeispiel:

Kinder und Jugendliche ab 11 sollten täglich nicht mehr als sechs Teelöffel Zucker essen oder trinken – 30g. Mit einer 330ml-Dose Coca-Cola liegen sie locker drüber – 35g oder sieben Löffel.

Noch mehr davon soll ihnen künftig die Steuer versalzen. Dann kostet die Standard-Dose statt rund 70 Pence gut 11 Prozent mehr.

Gavin Partington, britischer Softdrinks-Verband:

“Das ist grob unfair, uns so zu bestrafen, und unsere Kunden so zu bestrafen, wenn in Wahrheit die Kalorienaufnahme und Aufnahme von Zucker durch Kuchen, Kekse und Süßwaren dauernd zunimmt.”

Das British Medical Journal veröffentlichte dieses Jahr eine
Studie, wonach in Mexiko der Konsum merklich zurückgegangen ist,
nachdem Getränke mit Zuckerzusatz extra besteuert wurden. Auch in
Frankreich gibt es die Steuer schon, mehr als 300 Millionen brachte
das der Regierung 2014.

Der britische Starkoch Jamie Oliver, der sich für Ernährungs-Unterricht und gesundes Schulessen stark macht und sogar im Londoner Parlament auf Werbetour war, lobte den Vorstoß und schrieb im Sozialen Netzwerk Instagram: „Ein bedeutender Schritt, der um die ganze Welt gehen wird.“

su mit dpa