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Israelischer Geheimdienstchef und Regierungskritiker Dagan gestorben

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Der israelische Regierungskritiker Meir Dagan ist tot. Dagan war von 2002 bis 2010 Chef des berüchtigten Auslandsgeheimdienstes Mossad. In seine Amtszeit fiel eine Reihe von Attentaten gegen politische Feinde Israels wie der Hamas und der Hisbollah, die dem Mossad zugeschrieben werden.

Dagan wurde 1945 in der Ukraine als Sohn polnischer Holocaustüberlebender geboren. Mit fünf Jahren kam er nach Israel, wo er später eine lange Karriere beim Militär begann.

Zum Ende seiner Amtszeit als Direktor des Mossad hatte Dagan vor allem die Iran-Politik von Ministerpräsident Netanjahu kritisiert. Dessen Einschätzung des Iran als unmittelbare Bedrohung für Israel teilte er nicht. Auch bezeichnete er einen möglichen Angriff auf die iranischen Atomanlagen als “dumme Idee”. Noch im vergangenen Jahr hatte er gewarnt, Netanjahu habe Israel in seine bisher schlimmste Regierungskrise geführt.

Dagan war seit Jahren krank. Noch 2012 hatte ihm Ministerpräsident Netanjahu zu einer Lebertransplantation verholfen. Dagan starb am Donnerstag im Alter von 71 Jahren.