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Japan unterstützt Kambodscha im Kampf gegen Landminen

Kambodscha ist eines der am schlimmsten verminten Länder der Welt. Doch die Hilfe aus dem Ausland zeigt Wirkung. Räumgeräte und Know-how aus Japan geben den Bewohnern ihr Land und ihre Hoffnung zur

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Japan unterstützt Kambodscha im Kampf gegen Landminen

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Noch vor nicht allzu langer Zeit war es lebensgefährlich, in dem Dorf Klaing auch nur entlang zu laufen – Dutzende Minen lagen im Boden verstreut. In dieser Ausgabe unseres “Focus-Spezials” finden wir heraus, wie Japan Kambodscha bei der Minenräumung unterstützt. Die 24-jährige Sinat Nov ist Lehrerin in der Klaing Grundschule. Sie erzählt: “Nachdem dieses Gebiet geräumt war, wurde hier eine Schule gebaut. Die Kinder erhalten im Dorf die Bildung, die sie so dringend brauchen und sie bekommen die Chance auf eine bessere Zukunft.”

Meinung

Seitdem CMAC das Land geräumt hat, muss ich keine Angst mehr haben, wenn ich auf meinem Feld arbeite.

Diese Schule ist nur ein Beispiel für den unermüdlichen Einsatz der Minenräumorganisation CMAC . Ihr Ziel ist es, die Menschen über die Gefahren aufzuklären und das Land von den Minen zu befreien.

Jahrzehntelange Konflikte und Kriege haben ihre Spuren hinterlassen. Die Minenräumerin Keng Sotheara zeigt einige der gefährlichen Sprengsätze. Auf den Feldern findet sie Tretminen, Blindgänger und Anti-Panzer-Minen.

Diese tödlichen Waffen liegen oft Jahrzehnte unentdeckt, aber weiterhin gefährlich, unter der Erde versteckt. Besonders betroffen ist die Region Battambang nahe der thailändischen Grenze. Kambodscha ist eines der am schlimmsten verminten Länder der Welt.

Rund 1.600 Minenräumer sind täglich im Einsatz, um die tödliche Bedrohung unschädlich zu machen – mit Hilfe von Räummaschinen, Hunden und Metalldetektoren.

Eine große Herausforderung, die von Japan unterstützt wird – dem größten Geldgeber der vergangenen zehn Jahre. Tagaki Shigeru ist als Experte für den japanischen Minenräumservice JMAS in Kambodscha tätig. Der ehemalige General erklärt die Minenraupe: “Das hier ist ein japanisches Räumfahrzeug für Tretminen. Es wiegt 34 Tonnen. Mit seinen Zähnen gräbt es den Boden um und jeder dieser Zähne ist ganze 30 Zentimeter lang.”

Die enge Zusammenarbeit hat sich ausgezahlt: Bisher konnte die Organisation mehr als zweieinhalb Millionen Landminen und Blindgänger, darunter Bomben, Patronen und Granaten zerstören. Der Generaldirektor der führenden Organisation im Kampf gegen Landminen CMAC, Heng Ratana unterstreicht: “Seit den achtziger Jahren unterstützen uns die japanische Regierung und ihre Menschen dabei, Frieden ins Land zu bringen, keine Kämpfe mehr. Wir sind sehr stolz, dass wir sagen können: Die Japaner haben uns dabei geholfen, auf unseren eigenen Füßen zu stehen.”

Japan schickt nicht nur die technische Ausrüstung und finanzielle Unterstützung ins Land, sondern auch Experten, die ihr Wissen an die Kambodschaner weitergeben. Menschen wie Keng Sotheara, die seit zehn Jahren als Minenräumerin arbeitet.

Jeden Tag setzt die 31-Jährige ihr Leben aufs Spiel. Zentimeter für Zentimeter sucht sie mit ihrem Metalldetektor den Boden ab. Disziplin hat da oberste Priorität. Sie erklärt: “Wenn der Metalldetektor anschlägt, dann muss ich wahnsinnig vorsichtig sein. Besonders wenn ich grabe und dann mit dem Pinsel den Boden wegbürste. Das muss ich ganz viel Feingefühl haben.”

Die Gefahr ist noch lange nicht gebannt. Es werden immer noch Millionen von Minen in dem südostasiatischen Land vermutet.

Wenn das Terrain von Minen befreit ist, erhalten es die Dörfer zurück – ein wesentlicher Schrift für wirtschaftliches Wachstum, erklärt Naoki Kamoshida, Berater bei der japanischen Botschaft in Kambodscha. “Unser Ziel ist es, das Land dazu zu ermutigen, frei, demokratisch und eine stabile Gesellschaft zu sein. Die Stabilität Kambodschas ist wichtig für die gesamte Region.”

Chanry Vap arbeitete früher auf verminenten Feldern, immer in der Angst, dass sie auf eine Mine treten könnte. “Seitdem CMAC das Land geräumt hat, muss ich keine Angst mehr haben, wenn ich auf meinem Feld arbeite”, erklärt die 29-Jährige, die Maniok anbaut. “Ich kann mir auch aussuchen, was ich anbaue. Das Leben für mich und meine Familie ist soviel besser.”

Statt verminter Felder gibt dieses Land den Menschen wieder ihre Lebensgrundlage zurück und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.