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Krim-Annexion: "Die Menschen sollten aus der Geschichte lernen"

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben Aktivisten an das Krim-Referendum und die anschließende Annexion der Schwarzmeerhalbinsel durch Russland

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Krim-Annexion: "Die Menschen sollten aus der Geschichte lernen"

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In der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben Aktivisten an das Krim-Referendum und die anschließende Annexion der Schwarzmeerhalbinsel durch Russland vor zwei Jahren erinnert.

Sie gedachten Reshat Ametov. Der Krimtatar verschwand damals und wurde später ermordet aufgefunden. Human Rights Watch erklärte damals, der Fall sei ein Beispiel für die Gesetzlosigkeit, die Krim herrsche.

Am 16. März 2014 hatte eine große Mehrheit der Wahlberechtigten auf der Krim für einen Anschluss an Russland gestimmt. Die EU und die USA erkennen den Volksentscheid nicht an. Sie verhängten in der Folge Sanktionen gegen Russland.

Die Krimtataren hatten zum Boykott des Referendums aufgerufen. Rund 23.000 Angehörige der muslimischen Minderheit verließen anschließend aus Angst vor Vertreibung die Halbinsel.

Darunter auch die Mutter von Jamala. Die Sängerin wird die Ukraine beim diesjährigen Eurovision Songcontest vertreten. Sie hofft so, die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft wieder auf die Krim zu lenken: “Mein Ziel ist es, auf das Problem aufmerksam zu machen, die Geschichte meiner Familie und die der Krimtataren zu erzählen, damit so etwas in Zukunft verhindert werden kann. Die Menschen sollten aus der Geschichte lernen”.

“Die Annexion der Krim ist im Alltagsgeschehen ein wenig in den Hintergrund gerückt. Doch das Problem zahlreicher von der Halbinsel vertriebener Menschen ist immer noch aktuell. Die meisten von ihnen sind arbeitslos und sind auf die sehr geringen Hilfen des ukrainischen Staates angewiesen”, berichtet euronews-Reporterin Nadiya Dermanska aus Kiew.