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Obama-Besuch soll Ende der Eiszeit mit Kuba besiegeln

Mehr Symbolik geht nicht US-Präsident Barack Obama landet mit seiner Familie auf Kuba. Knapp 90 Jahre zuvor war Calvin Coolidge, der letzte

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Obama-Besuch soll Ende der Eiszeit mit Kuba besiegeln

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Mehr Symbolik geht nicht US-Präsident Barack Obama landet mit seiner Familie auf Kuba. Knapp 90 Jahre zuvor war Calvin Coolidge, der letzte US-Präsident, der Kuba besucht hat, noch auf einem Kriegsschiff gekommen. Obama will den Kubanern die Hand reichen. Wandel durch Annäherung, nicht durch Härte. Eine fundamentale Kurskorrektur, die der US-Präsident im Dezember 2014 bekannt gegeben hatte. „Ab heute ändern die USA ihre Politik gegenüber Kuba“, begann er sein historisches Statement. „Es ist einer der wichtigsten außenpolitischen Entscheidungen der vergangenen 50 Jahre. Wir beenden eine altmodische Politik, die seit Jahrzehnten unseren Interessen schadet. Stattdessen werden wir die Beziehungen zwischen beiden Ländern normalisieren.“

Übersetzung: Wie geht’s, Kuba? Ich bin gerade gelandet und freue mich darauf, von den Menschen hier Antworten zu bekommen“
Im vergangenen Sommer folgte dann das erste sichtbare Zeichen von Entspannung. Die USA eröffneten eine neue Botschaft. Erstmals seit 54 Jahren wurde auf der Insel die US-Fahne gehisst. Außenminister John Kerry war dafür eigens nach Havanna gereist.

Aufweichen der Wirtschaftssanktionen

Noch immer ein Thema zwischen beiden Ländern sind die jahrzehntelangen Wirtschaftssanktionen der USA. Obama hat sie aufgeweicht, aber nicht vollständig aufgehoben. Dafür bräuchte er die Zustimmung des Kongresses. Die bekommt er im Wahljahr aber nicht, dort haben die Republikaner die Mehrheit. Dennoch tat Obama, was in seiner Macht stand: er strich das Land von der Liste der Staaten, die nach Meinung der USA den Terrorismus unterstützen.

Im Februar dieses Jahres gelang es Obama erneut, das Embargo an einer zentralen Stelle aufzuweichen. Beide Länder unterzeichneten ein Abkommen, das Direktflüge ermöglicht. Bis zu 110 Verbindungen es sollen jeden Tag sein. Auch ist es in Zukunft möglich, auf direktem Weg Post zwischen den USA und Kuba hin- und her zu schicken. Jahrzehntelang ging das nicht.

Erste US-Hotels in Havanna

Einige US-Firmen sind bereits auf Kuba aktiv. Das Unternehmen Starwood hat mehrere Luxushotels in der kubanischen Hauptstadt Havanna übernommen. Noch im Laufe des Jahres sollen das Hotel Inglaterra und das Hotel Quinta Avenida umgestaltet und auf internationalen Standard gebracht werden. Der Vertrag über die Hotel-Übernahme ist das größte Geschäftsabkommen zwischen einem US-Unternehmen und den Behörden in Kuba seit der kubanischen Revolution 1959.