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"Ein Restrisiko bleibt immer" - Ein Gespräch mit dem Verteidigungsexperten Stroobants

Über den Widerspruch zwischen bürgerlichen Freiheiten und dem Kampf gegen den Terrorismus sprachen wir mit dem Verteidigungsexperten Serge Stroobants

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"Ein Restrisiko bleibt immer" - Ein Gespräch mit dem Verteidigungsexperten Stroobants

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Über den Widerspruch zwischen bürgerlichen Freiheiten und dem Kampf gegen den Terrorismus sprachen wir mit dem Verteidigungsexperten Serge Stroobants vom Institut für Wirtschaft und Frieden.

euronews:
“Die belgischen Sicherheitsbehörden sind dafür kritisiert worden, wie sie in den vergangenen Monaten mit der Terrorbedrohung umgegangen sind. Stimmen Sie der Kritik zu?”

Serge Stroobants:
“Es ist illusorisch, zu glauben, dass man in zu 100 Prozent sicheren Gesellschaften leben kann. Im allgemeinen leben wir im Westen in belastbaren Gesellschaften. Man hat versucht, sie zu 100 Prozent sicher zu machen, sie sind zu 99 Prozent sicher. Eine ganze Reihe von Angriffen konnte abgewehrt werden. Doch es bleibt ein Restrisiko. Unglücklicherweise ist dieser Fall gestern eingetreten.”

euronews:
“Sie meinen, dass wir den Terrorismus nicht stoppen können, wenn wir nicht gleichzeitig auf unsere Werte und auf unsere Lebensweise verzichten. Ist es so?”

Serge Stroobants:
“Ich denke, dass wir haben die Wahl haben. Entweder will man in einer sehr sicheren Gesellschaft leben, in der es viele Sicherheitskräfte gibt, oder man setzt seine Lebensweise fort und genießt die vielen Freiheiten. Ich denke, Brüssel ist der beste Ort, das beste Beispiel dafür, um zu sehen, wie Menschen vieler Nationalitäten zusammenleben. Von den gestrigen Anschlägen sind Menschen von insgesamt 40 Nationalitäten betroffen. Menschen all dieser Nationalitäten können also sehr gut zusammenleben.”

euronews:
“Was muss auf europäischer Ebene geschehen, um gegen den Terrorismus zu kämpfen und Geheimdienstinformationen zu teilen?”

Serge Stroobants:
“Ich denke, dass die Europäische Union in dieser Hinsicht alles tut. In allen Institutionen der EU gibt es Experten für die Terrorabwehr, auch in der Nato, um eine weitere internationale Organisation mit Sitz in Brüssel zu erwähnen. Man beschäftigt sich also mit der Terrorabwehr. Freilich ist es nicht einfach, Geheimdienstinformationen in internationalen Organisationen, wie es die EU oder die Nato sind, zu teilen. Diese Frage wird seit den Anschlägen in Paris im vergangenen Januar auf die Zeitschrift Charlie Hebdo ernst genommen. Ein Beispiel dafür ist, dass französische und belgische Sicherheitsbehörden in der vergangenen Woche Salah Abdeslam bei einer gemeinsamen Aktion festgenommen haben.”