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Gletscherschmelzen und Anstieg des Meeresspiegels: Wie mit den Konsequenzen des Klimawandels umgehen?

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Gletscherschmelzen und Anstieg des Meeresspiegels: Wie mit den Konsequenzen des Klimawandels umgehen?

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Gletscherschmelzen: “Wie Brot, das in einer Backform schrumpft” Der vergangene Februar war der wärmste Monat seit dem Beginn der

Gletscherschmelzen: “Wie Brot, das in einer Backform schrumpft”


Der vergangene Februar war der wärmste Monat seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dieser Trend ist weltweit zu beobachten. Aufgrund des sich erwärmenden Klimas ist es inzwischen zu gefährlich für Touristen in Neuseeland, die Fox und Franz Josef Gletscher zu begehen.

Ein Artikel aus dem Jahr 2014 in der Fachzeitschrift Global and Planetary Change, beschreibt, wie die beiden Gletscher seit dem Jahr 1800 um jeweils drei Kilometer zurück gegangen sind.

Wayne Costello, Leiter des Naturschutzdepartments:
“Als ich 2008 hier in Franz Josef ankam, da hat der Gletscher noch diese Steine bedeckt. Er wäre einige Meter, so 10 bis 20, über meinen Kopf hinausgeragt. Ich würde also unter dem Eis stehen. Er ist wie ein Brot, das in seiner Backform schrumpft. Also in seiner gesamten Ausdehnung hat der Gletscher sich verkleinert, er ist schnell geschmolzen.”

Die Gletscher schmelzen schneller als je zuvor. Sie schwinden um vier Meter vier Metern pro Tag reißen dabei Steine und Geröll mit. Ein ähnliches Phänomen kann überall auf der Welt beobachtet werden.

Heather Purdie, Wissenschaftlerin an der neuseeländischen Universität Canterbury:
“Wir wissen, dass die meisten Gletscher auf der Welt, genau so wie Fox und Franz Josef, auf das wärmere Klima reagieren und sich zurückziehen. Das überlagert sich mit kürzeren Zeitrahmen, wobei es natürlich regionale Verschiedenheiten gibt. Aber auf lange Sicht, also von 1800 bis jetzt, ist das Abschmelzen der Gletscher durch den Temperaturanstieg bedingt.”

Die allgemeinen Auswirkungen des Klimawandels auf unser tägliches Leben und das natürliche Gleichgewicht sind nicht abzustreiten.

Umsiedlungen wegen des Ansteigen des Meeresspiegels könnten mehr als 13 Millionen Menschen betreffen

Eine kürzlich durchgeführte Studie geht davon aus, dass die Anzahl der Menschen die aus den Küstenregionen der USA aufgrund des steigenden Meeresspiegels umgesiedelt werden müssen, um ein Vielfaches höher sein wird als bisher angenommen. Das würde 13 Millionen Menschen im Jahr 2100 betreffen, wenn ein Anstieg des Meeresspiegels um 1,8 Meter angenommen wird, so die Wissenschaftler.

In einem kleinen Reservat an Küste Louisianas ist diese Fiktion bereits Realität: Die Gemeinde muss umgesiedelt werden, da ihr Land überschwemmt ist.

Deepak Mishra, Professor an der Universität Georgia erklärt:
“Wir müssen diese Studien weiterführen, um den Einfluß des steigenden Meeresspiegels auf die Küstenregionen zu erforschen. Es sollte den politischen Entscheidungsträgern genügend Denkanstösse geben, ihre Klimaschutzmaßnahmen – und eine Infrastruktur zu entwickeln und die Menschen aufzuklären.”

Die dicht besiedelte Küste Floridas zählt zu den größten Risikogebieten, hinzu kommen North Carolinas Hyde und Tyrrell Counties: 80 Prozent ihrer Bevölkerung könnten von einer Umsiedlung betroffen sein.

Wird es der Politik gelingen, die Erderwärmung auf 2 Grad Celsius einzudämmen

Um für den Klimawandel zu sensibilisieren, hat der WWF am 19. März weltweit zur Earth Hour aufgerufen. Für eine Stunde gingen die Lichter aus, auch an weltberühmten Gebäuden wie dem Eiffelturm, dem Kreml oder dem Empire State Building.

Auf dem Weltklimagipfel in Paris im Dezember haben die Staats- und Regierungschefs beschlossen, die globale Erwärmung auf 2 Grad Celsius – gemessen an der vorindustriellen Zeit – zu beschränken. Die führenden Politiker werden ihr Versprechen, die Erderwärmung einzudämmen, durch das Unterschreiben des Pariser Klimaabkommens noch einmal erneuern müssen.