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Obama in Argentinien: "Wir sind nicht für die Menschenrechte eingetreten"

US-Präsident Barack Obama und sein argentinischer Amtskollege Mauricio Macri haben in Buenos Aires der Opfer der argentinischen Militärdiktatur

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Obama in Argentinien: "Wir sind nicht für die Menschenrechte eingetreten"

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US-Präsident Barack Obama und sein argentinischer Amtskollege Mauricio Macri haben in Buenos Aires der Opfer der argentinischen Militärdiktatur gedacht. Sie besuchten die Gedenkstätte “Parque de la Memoria” und warfen Blumen in den La-Plata-Fluss, an dem das Mahnmal liegt. Die Militärs hatten viele ihrer Opfer bei den sogenannten “Todesflügen” aus Flugzeugen ins Wasser geworfen.

Vor genau 40 Jahren, am 24. März 1976, putschte sich das Militär in Argentinien an die Macht, zunächst unterstützt durch die USA. Obama gab sich jetzt selbstkritisch, eine Entschuldigung, die viele fordern, blieb aber aus.

Obama sagte: “Demokratien müssen den Mut haben zuzugeben, wenn sie den Idealen, für die sie stehen, nicht gerecht werden, wenn sie nicht rechtzeitig für Menschenrechte eintreten, wie es hier der Fall war.”


Zahlreiche Mitglieder linker Organisationen und Menschenrechtler protestierten unterdessen gegen die Visite Obamas. Der Besuch am 40. Jahrestag des Putsches sei wegen der US-Verwicklung darin eine Provokation, hieß es unter anderem. Auch das Versprechen der USA, Archive zu öffnen und damit zur Aufklärung der Menschenrechtsverletzungen der Diktatur beizutragen, besänftigt den Demonstranten nicht.

Während der Diktatur in Argentinien, die von 1976 bis 1983 dauerte, wurden rund 30.000 Menschen vom Militär-Regime ermordet.