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Zwei Attentäter von Brüssel möglicherweise auf der Flucht

Nach den Anschlägen in Brüssel fahnden die Ermittler mehreren übereinstimmenden Medienberichten zufolge nach einem zweiten, möglicherweise

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Zwei Attentäter von Brüssel möglicherweise auf der Flucht

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Nach den Anschlägen in Brüssel fahnden die Ermittler mehreren übereinstimmenden Medienberichten zufolge nach einem zweiten, möglicherweise flüchtigen, Attentäter.

Ibrahim el-Bakraoui und Najim Laachraoui sprengten sich am Flughafen in die Luft. Ein Mann, der auf den Bildern der Überwachungskamera mit Hut zu sehen ist, konnte nach Angaben der Ermittler flüchten. Sein Gepäckstück soll den schwersten Sprengsatz enthalten haben. Dieser ging allerdings nicht in die Luft und wurde von Spezialeinheiten am Tatort entschärft, wie der belgische Generalstaatsanwalt am Mittwoch mitteilte.

Auch der Attentäter in der U-Bahnstation Maelbeek, Khalid el-Bakraoui, war offenbar nicht alleine unterwegs. Auf den Bildern einer Überwachungskamera soll laut dem belgischen öffentlich-rechtlichen Sender RTBF ein zweiter Verdächtiger zu sehen sein. Er habe eine große Tasche bei sich getragen. Unklar sei, ob er getötet wurde oder flüchten konnte.

Die belgische Staatsanwaltschaft will im Laufe des Tages weitere Informationen zum Fortschritt der Ermittlungen bekannt geben.

Bei dem Anschlag in der U-Bahn mitten im EU-Viertel kamen am Dienstag nach jüngsten Angaben 20 Menschen ums Leben.

Salah Abdeslam bestreitet Verbindung zu Anschlägen von Brüssel
Unterdessen wurde eine geplante Haftprüfung von Salah Abdeslam auf Antrag seines Anwalts Sven Mary verschoben. Sein Mandant wolle nicht mehr mit den belgischen Behörden kooperieren und so schnell wie möglich nach Frankreich ausgeliefert werden, teilte der Verteidiger mit.

Abdeslam, der Terrorverdächtige von Paris, war am vergangenen Freitag bei einem Großeinsatz der Polizei in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek festgenommen worden. Die Ermittler vermuten, dass er zudem mit den Attentätern von Brüssel in Kontakt stand. In einem Interview mit den französischen Radiosender Europe 1 sagte Mary, dass Abdeslam “nichts von den Anschlägen” in Brüssel gewusst habe.

Sven Mary selbst sieht sich nach den Anschlägen in der belgischen Hauptstadt immer mehr Anfeindungen ausgesetzt. Nach Informationen der Tageszeitung “Le Soir” wurde Mary am Mittwoch von einer Person angegriffen. Zudem habe er zahlreiche Emails erhalten, in denen er wegen der Verteidigung Abdeslams bedroht werde. Mary gab an, seine Kanzlei wegen der Bedrohungen vorübergehend geschlossen zu haben. Allerdings verzichte er auf Polizeischutz.