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Stimmung in Brüssel: "Man muss beginnen, das Problem anzugehen"

Auf dem Brüsseler Börsenplatz sind die Menschen wieder zum stillen Gedenken übergegangen. Abseits des zentralen Platzes wirkt die Stadt – gerade für

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Stimmung in Brüssel: "Man muss beginnen, das Problem anzugehen"

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Auf dem Brüsseler Börsenplatz sind die Menschen wieder zum stillen Gedenken übergegangen. Abseits des zentralen Platzes wirkt die Stadt – gerade für ein langes Osterwochenende – wie leergefegt.

“Ich bin selbst Muslimin”, erklärt eine Frau. “Ich wurde in Belgien geboren. Meine Eltern sind seit 60 Jahren in Belgien. Wir sind hier hergekommen, um für den Frieden zu demonstrieren. Die Leute die dann gekommen sind, waren nicht für den Frieden da.”

Dass der geplante Gedenkmarsch wegen Überlastung der Polizei abgesagt wurde, stößt bei manchen auf Verständnislosigkeit. “Ich bin damit nicht einverstanden. Man hätte ihn stattfinden lassen sollen. Für mich ist das, als würde man den Terroristen Recht geben. Als ob sie uns eingeschüchtert und wir keinen Grund zum Leben mehr hätten wenn sie so weitermachen”, erklärt ein junges Mädchen.

Andere wollen sich jetzt auf die Zukunft konzentrieren: “Jedes Mal wenn es einen Anschlag gibt, dann läuft es gleich ab. Jemand spielt “Imagine” von John Lennon… Ich verstehe, dass die Menschen ein paar Tage trauern müssen, aber dann muss man beginnen, das Problem anzugehen”, meint ein junger Mann.

“Wir haben alle jemanden verloren. Für manche mag das weit entfernt sein, aber Brüssel ist wie ein großes Dorf und wir sind alle betroffen. Ich meine, Belgien ist nicht Amerika, hier gibt freie Einwanderung, Menschen bekommen Sozialhilfen und Bildung ist umsonst. Warum wir? Wir haben nichts gemacht. Wir leben hier nur zusammen”, so eine belgisch-amerikanische Frau, die mit den Tränen kämpfte.

euronews-Korrespondentin Efi Koutsokosta erklärte: “Obwohl die belgischen Behörden den “Gedenkmarsch gegen die Angst” wegen Sicherheitsbedenken abgesagt haben, sind mehrere Hundert Menschen hier hergekommen um genau das zu demonstrieren: Dass sie keine Angst haben und zusammenstehen. Zahlreiche Polizisten und Soldaten waren in der Innenstadt im Einsatz, sie erhielten sogar Unterstützung von Sicherheitskräften aus Lüttich und anderen belgischen Städten.”