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Angola - hohe Haftstrafen für jugendliche Aktivisten

Ein angolanisches Gericht hat 17 jugendliche Aktivisten wegen Rebellion zu Haftstrafen zwischen zwei und acht Jahren verurteilt. Unter den

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Angola - hohe Haftstrafen für jugendliche Aktivisten

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Ein angolanisches Gericht hat 17 jugendliche Aktivisten wegen Rebellion zu Haftstrafen zwischen zwei und acht Jahren verurteilt. Unter den Verurteilten ist der Rapper Luaty Beirao, der mit einem einmonatigen Hungerstreik für internationale Aufmerksamkeit sorgte. Die Angeklagten hatten sich in einem Buchladen in Luanda getroffen, um über die politische Situation im Land zu diskutieren. Ihnen wurde vorgeworfen, einen Staatsstreich geplant zu haben.

Der Hintergrund – am 20. Juni 2015 wurde der angolanische Rapper Ikonoklasta zusammen mit 16 weiteren Oppositionellen festgenommen. Sie hatten sich in einem Buchladen in Luanda getroffen, um über die politische Situation im Land zu diskutieren. Die Anklage wirft ihnen vor, einen Staatsstreich geplant zu haben.

Maximal 90 Tage kann ein Verhafteter in Angola ohne Prozess festgehalten werden, also in diesem Fall bis zum 20. September letzten Jahres. Doch solche juristischen Feinheiten kümmern das Regime über drei Jahrzehnten herrschenden Präsidenten José Eduardo dos Santos wenig. Regelmäßig kritisieren Menschenrechtsorganisationen gravierende Einschränkungen von Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit durch den angolanischen Staat und seine Sicherheitsorgane. Willkürlich wurde die Haft für Ikonoklasta und die anderen über die gesetzliche Frist hinaus verlängert.

Um dagegen zu protestieren, traten der Musiker mit dem bürgerlichen Namen Luaty Beirão und drei seiner Mithäftlinge in einen Hungerstreik. Über einen Monat lang verweigerte er die Nahrungsaufnahme, bis er 23 Kilogramm verloren hatte, sich nicht mehr selbständig fortbewegen konnte und in ein Krankenhaus verlegt werden musste. Ende Oktober gab er schließlich nach 36 Tagen das Ende des Hungerstreiks bekannt.

Präsident dos Santos ist nach 36-jähriger Amtszeit einer der dienstältesten Autokraten der Welt.

Alle Versuche, den Musiker und Aktivisten durch Einschüchterung zum Schweigen zu bringen, waren bislang erfolglos. Wohl auch aus diesem Grund unternahm das angolanische Regime juristische Schritte. Mit der Anklage wegen eines versuchten Staatstreichs sollte Beirão endgültig kaltgestellt werden, denn laut angolanischem Recht stehen darauf bis zu 15 Jahre Gefängnis.