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Anschläge von Brüssel: Mann mit Hut doch noch nicht gefasst

Die belgische Polizei fahndet wieder nach dem dritten Terrorverdächtigen des Anschlags auf den Brüsseler Flughafen. Den verhafteten Faisal C. ließen

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Anschläge von Brüssel: Mann mit Hut doch noch nicht gefasst

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Die belgische Polizei fahndet wieder nach dem dritten Terrorverdächtigen des Anschlags auf den Brüsseler Flughafen. Den verhafteten Faisal C. ließen die Behörden am Montag überraschend frei: Bei ihm soll es sich nun doch nicht um den Mann mit Hut handeln, der auf Überwachungsbildern mit den beiden Selbstmordattentätern zu sehen ist. Der eigentliche Täter ist offenbar weiter auf der Flucht, die Polizei bat die Bevölkerung um Wachsamkeit um Hinweise.

Ein halbes Dutzend Terrorverdächtige wurde seit vergangener Woche verhaftet und in Belgien angeklagt, teils in Folge einer Zusammenarbeit der Polizeibehörden mehrerer Länder. Die Ermittlungen deuten auf eine personelle Verbindung zwischen den Anschlägen von Brüssel, Paris und möglicherweise weiteren geplanten Attacken hin.

Die Anschläge in Brüssel kosteten bislang 35 Unschuldige das Leben. 28 von ihnen waren zu Wochenbeginn zweifelsfrei identifiziert, es sind Menschen aus mindestens neun Ländern. Weit über 300 sind verletzt, einige werden weiter auf Intensivstationen behandelt.

Unterdessen kamen am Ostermontag Angehörige verschiedener Glaubensgruppen zu einer gemeinsamen Messe in der Kathedrale St. Michael und St. Gudula zusammen. Zu der Gedenkfeier, bei der auch muslimische und jüdische Geistliche sprachen, hatte die belgische Kirche geladen. Es kamen Christen, Muslime, Juden und Menschen anderer Glaubensrichtungen, darunter Angehörige der Einsatz- und Rettungskräfte sowie einige Verletzte und Familien von Opfern.

“Ich bin hauptsächlich wegen der anderen hier, ich wurde gerettet, also will ich den anderen hier meinen Beistand geben”, so Geoffroy Lemaître, der bei den Explosionen am Flughafen verletzt wurde. “Es geht um die Gemeinschaft, ich habe Unterstützung bekommen, und die will ich anderen Menschen auch geben.”

“An einen Ort wie die Kathedrale von Brüssel eingeladen zu werden, ist für mich sehr symbolisch”, sagte Kamar Takkal, eine Muslimin, die selbst einige Worte an die Versammelten richtete. “Es bedeutet, dass wir alle zusammen sind, zusammen leiden, egal, woran wir glauben, Hand in Hand.”