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Literaturnobelpreisträger Imre Kertész stirbt im Alter von 86 Jahren

Der ungarische Schrifsteller und Nobelpreisträger Imre Kertész ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 86 Jahren in Budapest. Er wurde 1929 als

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Literaturnobelpreisträger Imre Kertész stirbt im Alter von 86 Jahren

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Der ungarische Schrifsteller und Nobelpreisträger Imre Kertész ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 86 Jahren in Budapest. Er wurde 1929 als Kind einer jüdischen Familie in Budapest geboren, als Jugendlicher überlebte er den Holocaust. Diese Erlebnisse prägten sein Schaffen als Autor.

Als erster Ungar überhaupt erhielt Kertész im Jahr 2002 den Literaturnobelpreis, doch seine Werke blieben in Ungarn lange unbeachtet:
“Ich bin ein umstrittener Autor. Es ist egal, ob ich den Nobelpreis erhalte oder einen Brief vom Verleger verweigere, das ist egal. Ich hätte trotzdem den gleichen Roman geschrieben.”

Als das Hauptwerk von Kortész gilt sein “Roman eines Schicksallosen”, in dem seine Erfahrungen in den Konzentrationslagern Auschwitz und Buchenwald verarbeitet. Von 1960 bis 1973 arbeitete er an seinem Roman, der in Ungarn erst 1975 veröffentlicht wurde. In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg setzte er sich intensiv mit dem Sozialismus, den er in seiner Heimat, erlebte, auseinander. Seine Reflektionen aus dieser Zeit sind in seinem “Galeerentagebuch” niedergeschrieben, das 1992 erschien.

Seit 2002 lebte Kertész in Berlin, erst nach zehn Jahren kehrte aufgrund seiner fortschreitenden Parkinson-Erkrankung wieder nach Ungarn zurück. 2014 wurde ihm der Stephansorden zuerkannt, die höchste staatliche Auszeichnung Ungarns.