Eilmeldung

Eilmeldung

Tata Steel vor Ausverkauf in Großbritannien - 100.000 fordern Diskussion im Parlament

Der indische Tata Steel-Konzern will sein verlustreiches gesamtes Stahlgeschäft in Großbritannien loswerden. Jetzt bangen Tausende Arbeiter in

Sie lesen gerade:

Tata Steel vor Ausverkauf in Großbritannien - 100.000 fordern Diskussion im Parlament

Schriftgrösse Aa Aa

Der indische Tata Steel-Konzern will sein verlustreiches gesamtes Stahlgeschäft in Großbritannien loswerden. Jetzt bangen

Meinung

Ich glaube nicht, dass Verstaatlichung die richtige Antwort ist

Tausende Arbeiter in Großbritannien um ihren Job – Tata Steel
beschäftigt nach eigenen Angaben in Großbritannien etwa 13.000
Mitarbeiter. In einer Petition forderten mehr als 100.000 Menschen, das Parlament für eine Diskussion der Stahlkrise aus den Osterferien zu holen.

Der britische Premierminister David Cameron:

“Nun zunächst einmal schließen wir nichts aus. Ich glaube nicht, dass Verstaatlichung die richtige Antwort ist. Was wir wollen, ist eine langfristige Zukunft für den Standort Port Talbot zu sichern und für andere Stahlwerke in Großbritannien.”

In Port Talbot, Wales, steht das größte Stahlwerk des Landes mit mehr als 5.000 Mitarbeitern. Die zuständige britische Ministerin Anna Soubry sagte Medien (“BBC”), man erwäge «alle Optionen» zur Rettung. Sie rief Tata Steel auf, sich bei einem Verkauf Zeit zu nehmen. Sollte ein Verkauf fehlschlagen, schließe die Regierung auch direkte Hilfen nicht aus. Zugleich
betonte sie aber, dies dürfe keine EU-Regelungen über Stahl-Subventionen verletzten.

Jeremy Corbyn, Chef der britischen Labour-Party:

“Wenn wir nicht eingreifen, um diese und andere Stahlwerke zu schützen, wird es keine Stahlindustrie in Großbritannien mehr geben.”

Man habe im Laufe in den vergangenen fünf Jahre erhebliche Verluste in
Großbritannien verbucht, hatte Tata Steel erklärt. In dieser Zeit habe der Konzern rund 2,5 Milliarden Euro abschreiben müssen.

Tata hatte 2007 den britisch-holländischen Konzern Corus übernommen
und war damit auf einen Schlag zum zweitgrößten Stahlproduzenten
in Europa hinter ArcelorMittal aufgestiegen. Allerdings wurden die
Inder mit ihrer Investition nie richtig glücklich. Die Übernahme
erfolgte 2007 auf dem Höhepunkt eines langen Stahlbooms, der mit der
Finanzkrise 2008 ein jähes Ende fand. Von den Einbrüchen hat sich die
Branche bis heute nicht erholt.

Der britische Schatzkanzler George Osborne, wie der Rest der Regierung unter Beschuss wegen ihres Krisenmanagements, reagierte von einem G20-Treffen in Paris: Die Regierung habe bereits die Energiepreise gekappt, und werde versuchen, sicherzustellen, dass in britischen Bauprojekten britischer Stahl verwendet wurde.

“Wir führen Gespräche mit anderen Regierungen, wie ich hier in Paris, über Maßnahmen gegen unfaire, billige Stahlimporte “, sagte er (“Sky News TV”).

Und per Tweet: “Aber Großbritannien ist nicht immun gegen externe Risiken und die allgemeine Verlangsamung des Wachstums”

su mit dpa, Reuters