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"World of Tanks" aus Weißrussland - reich durch 110 Millionen Panzerfahrer


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"World of Tanks" aus Weißrussland - reich durch 110 Millionen Panzerfahrer

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Mit wenigen Computertasten kann man einen Panzer durchs Gelände steuern und Feindpanzer abknallen. Inzwischen spielen 110 Millionen Menschen “World of Tanks”, “Welt der Panzer”.

Das Spiel dahinter: “World of Tanks” schuf den ersten Dollar-Milliardär im planwirtschaftlichen Weißrussland – Viktor Kislyi. Der 39-jährige Doktor der Physik mag kein Gedöns um seine Person. Einer seiner sparsamen Kommentare: “Ein Panzer ist wie ein Auto, nur noch männlicher.”
1998 gründete er mit ein paar Freunden die Firma Wargaming.net. Heute besitzt seine Firma 16 Niederlassungen auf allen Kontinenten und beschäftigt 2.800 Leute, darunter auch russische und amerikanische, aber vor allem weißrussische IT-Fachleute. Kislyi selbst soll schon mehr als 15.000 Gefechte hinter sich haben.

Wargaming.net – Betriebsleiter Kirill Stadnik:

“Schon in der Alpha-Testphase war der Zustrom von Spielern massiv. So erkannten wir schon damals, dass das Projekt erfolgreich sein würde. Aber so einen Renner – das hatte niemand auf dem Schirm.”

Wie das unter dem autoritär regierenden Präsidenten Weißrusslands, Alexander Lukaschenko, möglich war? Die IT-Branche sei weniger abhängig von äußeren Faktoren, wie der Politik. Man mache einfach sein Produkt und entscheide, wo und wie es promotet werde.

Trotz seines internationalen Erfolges hat Wargaming eine große Betriebseinheit in einem High-Tech-Park in Minsk behalten, zusammen mit einem Dutzend anderer Unternehmen, etwa der US-basierten EPAM Systems, im Jahr 1993 von zwei Bürgern Weißrusslands gegründet.

Valery Tsepkalo, Direktor des High-Tech-Parks:

“Die Republik Weißrussland hat keine Rohstoffe. Wir haben kein Öl, kein Gas, keine Metalle. So liegt es auf der Hand – das Einzige, auf das wir uns verlassen können, waren Grips, Bildung und die Fähigkeiten unserer Leute. Und vor allem bei den Jungen. “

Bei Kislyi klingt das so: “Wir haben hier außer Wald und schönen Mädchen keine Naturschätze. Also müssen wir den Kopf anstrengen.”

Die Firmen des Minsker High-Tech-Parks tragen 1,5 Prozent zum BIP bei, beschäftigen 24.000 Mitarbeiter und exportierten im vergangenen Jahr für 614 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die Staatsfirma Gomselmash beschäftigt 14.000 Leute und verkaufte im Monat Dezember einen einzigen Mähdrescher. Außenbeitrag 2015 knapp 80 Millionen Euro.

Weißrusslands Wirtschaft schrumpfte im vergangenen Jahr um vier Prozent, getroffen von einer Rezession und internationalen Sanktionen gegen den Nachbarn Russland. Aber der Software Park wuchs um 20 Prozent und voraussichtlich im Jahr 2016 wieder.

su mit Reuters

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