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Die Stimmung kippt in griechischen Flüchtlingslagern

Mindestens 500 Flüchtlinge sind am Freitag aus dem «Hotspot» der griechischen Insel Chios ausgebrochen, nachdem in der Nacht zuvor Afghanen und

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Die Stimmung kippt in griechischen Flüchtlingslagern

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Mindestens 500 Flüchtlinge sind am Freitag aus dem «Hotspot» der griechischen Insel Chios ausgebrochen, nachdem in der Nacht zuvor Afghanen und Syrer aufeinander losgingen. Drei Menschen wurden im Krankenhaus behandelt, insgesamt 10 verletzt. Das Lager ist überbelegt, die Flüchtlinge wollten demonstrierend in ein Lager am Hafen umsiedeln. Die näher rückende Rückführung lässt die Stimmung in allen griechischen Flüchtlingslagern kippen.

Dramatisch sind die Umstände auch im Hafen von Piräus. Dort halten sich nach wie vor über 5000 Flüchtlinge in einem provisorischen Lager auf. Sie schlafen in Wartehallen oder haben Zelte aufgeschlagen. Auch hier kam es in den vergangenen Tagen zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, obwohl die meisten von ihnen nicht von der Rückführung betroffen sein werden. Auf Lesbos sitzen 2300 Flüchtlinge fest, deren Status ungeklärt ist. Trotzdem kommen noch immer Flüchtlingsboote an, allerdings deutlich weniger als bisher. Auf einen sicheren Aufenthalt können diese Menschen nicht mehr setzen, sie fallen sicher unter die Rückführungsvereinbarung.

Küstenwache und Polizei halten sich bedeckt, wie ab Monat die Rückführungen ablaufen könnten. Sie wollen allem Anschein nach ihre Pläne nicht offenbaren, wie man aus einem Auffanglager mit bis zu 3000 wütenden Menschen diejenigen herauspickt, die ausgewiesen werden sollen. Sicherheitsexperten äußern seit Tagen Bedenken, einige befürchten, es könnte zu schlimmen Szenen kommen. Von der Insel Lesbos sollen die Menschen zum gegenüberliegenden türkischen Hafen von Dikili, von der Insel Chios zum türkischen Cesme gebracht werden