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ISIS im Irak: An der Guerilla-Front

Wie ist die irakische Armee gegen ISIL aufgestellt? Euronews-Reporter Mohammed Shaikhibrahim besuchte das militärische Hauptquartier des Iraks, der

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ISIS im Irak: An der Guerilla-Front

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Wie ist die irakische Armee gegen ISIL aufgestellt? Euronews-Reporter Mohammed Shaikhibrahim besuchte das militärische Hauptquartier des Iraks, der Peschmerga und der USA in Machmur, von dem aus die Ninawa-Provinz zurückerobert werden soll.

Irakische und Peschmerga-Zelte stehen Seite an Seite, bevor das Euronews-Team einen Sandwall passiert, der als Bollwerk vor ISIL-Angriffen schützen soll. Nur wenige Stunden, nachdem dieser Beitrag gedreht wurde, wird ein Selbstmordkommando aus drei Fahrzeugen den Wall durchbrechen und mehr als sieben Peschmerga töten.

Hinter dem Wall ist eine offene, freie Fläche. IS-Dschihadisten können jederzeit auftauchen. Nach einer Stunde erreicht das euronews-Team das Dorf Khurbardan. Zerstörte Häuser, Leichen in den Straßen. Die Kämpfer von ISIL haben ein Schlachtfeld hinterlassen. Die Soldaten und Menschen im Dorf berichten von gewaltsamen Übergriffen. En Soldat sagte, “wir wurden mit einer Mörsergranate angegriffen, meine Hand ist verletzt, aber ich will hier bleiben und weiter kämpfen. Ich lehne es ab, mich woanders behandeln zu lassen. Ich werde bleiben, bis wir ISIL besiegt haben.” Offizier Amar Kareem: “Wir haben das Dorf hier befreit nach heftigen Kämpfen gegen ISIL, durch die wir viele materielle und menschliche Verluste erlitten haben. Leichen liegen zwischen den Häusern. Uns gelang es, einige Selbstmordattentäter zu töten, bevor oder während sie sich in die Luft sprengten.”

Die Moschee des Dorfes – Schauplatz eines blutigen Anschlags. Obwohl der Selbstmordattentäter schwer verletzt war, rannte er hinein, um sich dort in die Luft zu sprengen.

Angriffe, die wie aus dem Nichts kommen. Ins Dorf gelangen die IS-Dschihadisten durch enorme Tunnel. Ein unterirdisches Labyrinth, das alle Häuser miteinander verbindet. Für die irakische Armee ein großes Hindernis. Dem Militär zufolge zwang ISIS Geiseln, Gefangene und Dorfbewohner, diese Tunnel zu graben. Jeder Schritt ist gefährlich, aus dem Boden sind noch nicht alle Minen entfernt worden. Die Soldaten erinnern sich an Angriffe, bei denen Raketen auf Autos transportiert wurden. Eine Mörsergranate, die im Boden einschlug, aber nicht hochging. In der Nähe des Dorfes wird weiter gekämpft. ISIL bewegt sich in kleinen Gruppen fort, um nicht von den alliierten Kräften bombardiert zu werden.

Hier kann man nicht von einem Krieg im klassischen Sinne sprechen – eher von Guerilla-Kämpfen. Euronews-Reporter Mohammed Shaikhibrahim: “Fahnen und Leichen, das ist das einzige, was hier an ISIL erinnert, nachdem die irakische Armee dieses Dorf und weitere Orte zurückerobern konnte. Heftige Kämpfe fanden hier statt. Die irakische Armee bereitet sich derzeit darauf vor, Mossul zurückzuerobern und zu befreien.”