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Bergkarabach: Aserbaidschan ruft Feuerpause aus und verstärkt Truppen

Aserbaidschanische Soldaten tragen in der Stadt Muchach einen Kameraden zu Grabe, der bei den Kampfhandlungen mit armenischen Truppen getötet wurde

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Bergkarabach: Aserbaidschan ruft Feuerpause aus und verstärkt Truppen

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Aserbaidschanische Soldaten tragen in der Stadt Muchach einen Kameraden zu Grabe, der bei den Kampfhandlungen mit armenischen Truppen getötet wurde. Bei der schwersten Gewalteskalation seit Jahren in der Südkaukasusregion Bergkarabach mit mindestens 30 Toten verkündete Aserbaidschan eine einseitige Feuerpause.

Meinung

Parallel verstärken wir unsere Armee

Der aserbaidschanische Staatschef Ilcham Alijew sprach sich für eine friedliche Lösung aus, und warf Armenien vor, Bergkarabach völkerrechtswidrig zu besetzen:

“Wir werden nicht von unserer grundsätzlichen Position abweichen. Gleichzeitig werden wir die Waffenruhe beobachten, und dann versuchen, den Konflikt friedlich zu lösen. Parallel verstärken wir unsere Armee.”

Das überwiegend von christlichen Armeniern bewohnte Gebiet Bergkarabach gehört völkerrechtlich zum muslimisch geprägten Aserbaidschan.

Der russische Präsident Wladimir Putin mahnte die Konflikparteien zur Ruhe. Russland sieht sich als Schutzmacht Armeniens und hat Tausende Soldaten in dem Drei-Millionen-Einwohner-Land stationiert.

Die ehemaligen Sowjetrepubliken machen sich weiterhin gegenseitig für den Ausbruch der Kämpfe in der Nacht zum Samstag verantwortlich.

Der armenische Präsident Sersch Sargsjan erklärte:

“Es handelt sich um die schlimmsten Kampfhandlungen, die Aserbaidschan seit der Wiederherstellung des Waffenstillstands 1994 begonnen hat.”

Nach armenischer Darstellung griff Aserbaidschan zunächst mit Panzern, Artillerie und der Luftwaffe an. Aserbaidschan wiederum beschuldigte die Regierung in Eriwan, Siedlungen mit schweren Waffen zuerst angegriffen zu haben.

Unbestätigten Berichten zufolge sollen auf beiden Seiten mehrere Zivilisten, darunter auch KInder, getötet worden sein.

Der deutsche Außenminister rief beide Seiten auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren: “In diesem Konflikt kann es keine militärische Lösung geben”