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Rückführung von Flüchtlingen aus Griechenland beginnt: "Die Türkei ist gefährlich für uns"

Die Gesichter der Migranten und Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos sprechen Bände. Ungewissheit und Verzweiflung wachsen im auch für

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Rückführung von Flüchtlingen aus Griechenland beginnt: "Die Türkei ist gefährlich für uns"

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Die Gesichter der Migranten und Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos sprechen Bände. Ungewissheit und Verzweiflung wachsen im auch für Medienvertreter streng abgeriegelten Camp Moria.

Meinung

Wir möchten in Europa bleiben

Trotz anhaltender Proteste auch von Menschenrechtlern sollen an diesem Montag die ersten illegal eingereisten Menschen im Rahmen des EU-Türkei-Paktes aus Griechenland in die Türkei zurückgebracht werden. Die Regierung in Ankara erwartete zunächst mindestens 400 Asylsuchende von Inseln in der Ostägäis.

Stimmen von Betroffenen im Camp Moria:

“Die Türkei ist gefährlich für uns. Wir wollen nicht zurück. Wir möchten in Europa bleiben und nicht zurückkehren. Das ist alles.”

Die dreifache Mutter Fatima Al Hariri aus Syrien sagte:

“Ich kann nicht in die Türkei gehen, dort ist es schwierig und es gibt keine Hilfe. Die Türkei nimmt Geld von Europa, von mehreren Ländern, aber sie gibt nichts den Syrern, keine Hilfe.”

Im Hafen des Hauptortes von Lesbos stehen gecharterte Passagierschiffe für die Überfahrt zur Westküste der Türkei bereit. Die griechische Küstenwache bestätigte, dass jeder Passagier von einem Polizisten als Aufpasser begleitet werde.

Der Vertreter des Flüchtlingshilfswerkes der Vereinten Nationen auf Lesbos, Boris Chershikov, forderte:

“Wir benötigen Sicherheitsvorkehrungen, um den Schutz dieser Menschen bereits vor der Rückkehr ernsthaft zu gewährleisten. Wir sind sehr besorgt und appellieren dringend an Griechenland und die Türkei, für Schutzmaßnahmen zu sorgen. In dem Bereich gibt es Defizite und Lücken in beiden Ländern.”

Ausgenommen von der Rückführung sind nur Asylsuchende, die nachweisen können, dass sie in der Türkei verfolgt werden. Rund 2000 Menschen sollen nach Informationen von euronews entsprechende Anträge gestellt haben.

euronews-Reporter Apostolos Staikos kommentierte auf Lesbos:

“Für Zehntausende Flüchtlinge und Migranten war Lesbos eine “Insel der Hoffnung”, und die Eintrittspforte nach Europa. Aber viele von denen, die jetzt im Camp Moria leben, werden in die Türkei zurückkehren müssen. Also in ein Land, wo sie nicht leben möchten und wo sie nicht wissen, worauf sie warten sollen.”

Für den Fall der Rückführung drohte offenbar ein Syrer im Camp Moria mit Selbstverbrennung