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"Das Syrien, das ich liebe": Emotionale Gastspiele in Frankreich

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"Das Syrien, das ich liebe": Emotionale Gastspiele in Frankreich

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Unter dem Titel “Das Syrien, das ich liebe”, sind in Frankreich in der Oper in Lyon und im Pariser Maisons des Cultures du Monde mehrere syrische

Unter dem Titel “Das Syrien, das ich liebe”, sind in Frankreich in der Oper in Lyon und im Pariser Maisons des Cultures du Monde mehrere syrische Künsterinnen und Künstler aufgetreten. Unter ihnen auch die berühmte Sängerin und Musikerin Waed Bouhassoun und der renommierte Musiker Moslem Rahal. Für die Künstler ein Zeichen, das die Kultur ihrer Heimat trotz des blutigen Bürgerkrieges weiterlebt.

Meinung

Wir zeigen, wie vielseitig die verschiedenen Kulturen Syriens vom Norden des Landes über das Zentrum bis zum Süden sind.

Bouhassoun: “Wir zeigen, wie vielseitig die verschiedenen Kulturen Syriens vom Norden des Landes über das Zentrum bis zum Süden sind.”

Rahal: “Wir spielen verschiedene Arten von Musik aus allen Regionen Syriens. Wir haben sie in einem Spektakel zusammengefasst. Ich hoffe, das Syrien vereint bleibt und sich nicht spaltet.”

Zu Beginn des Konzertes spielte Moslem Rahal auf seinem Nay – ein flötenähnliches Blasinstrument, das im arabischen und persischen Raum benutzt wird. Später kam Bouhassoun mit ihrer Ud, einer arabischen Laute dazu. Die Musikerin sang Volkslieder aus dem Süden Syriens. Sie versucht, eine besondere Harmonie zwischen ihrer Stimme und dem Nay zu erreichen. Bouhassoun: “Für mich bringt der Nay die menschliche Stimme besonders gut hervor. Meine Stimme und der Nay sollen sich vereinen, zu einer Stimme werden.” Rahal erklärt, das Duo habe sich angelehnt an eine Situation, in der ein Dichter auf der Rabab spiele, einem arabischen Streichinstrument. Sie ersetzen den Rabab durch den Nay.

Rahal hat sich nicht nur als Nay-Spieler, sondern auch als Nay-Bauer weltweit einen Namen gemacht. Er will der Welt zeigen, wie vielseitig sein Instrument ist, deswegen spielt er damit die verschiedensten Genres wie Jazz, Rock oder Klassik. Rahal: “Viele denken, der Nay ist wie der Rabab: ein Instrument, auf dem man nicht von einer Note zur anderen wechseln kann, das nur für eine Musikrichtung verwendet werden kann und sich nicht mit der Musik weiterentwickeln kann. Das stimmt nicht.”

Rahal und Bouhassoun haben beide eine besondere Beziehung zu ihren Instrumenten. Rahal: “Ich widme mich vor allem dem Nay und schreibe ihm ein Konzert für ein Sinfonieorchester. Dann verändere ich als Musiker die Tonverläufe und füge Variationen hinzu, die es in der westlichen Welt nicht gibt.”

Bouhassoun: “Die Ud ist seit meiner Kindheit mein Begleiter. Ich habe angefangen, sie zu spielen, als ich sieben war. Sie vervollständigt mich. Nur sie kann ausdrücken, was ich sagen möchte. Sie ist bisher die einzige Person, die mich versteht.”

Bouhassoun ist auch Komponistin und Wissenschaftlerin. Derzeit schreibt sie ihre Doktorarbeit in Musikethnologie. Sie hat sich auf Hochzeits- und Trauerrituale in ihrer Region Jabab el arab in Südsyrien spezialisiert. Bouhassoun: “Durch mein Studium habe ich einen anderen Blick auf die Musik bekommen. Ich habe jetzt nicht mehr nur den Blick einer Musikerin, Komponistin und Sängern, sondern kann die Musik der anderen auch verstehen und akzeptieren. Das hilft mir dabei, ohne Vorurteile mit anderen Musikern zusammenzuarbeiten.

Bouhassoun und Rahal haben erstmals gemeinsam eine CD aufgenommen. Wie ihre syrischen Mitbürgerinnen und Mitbürger träumen sie von Frieden, damit sie bei internationalen Konzerten nicht nur Gast, sondern auch mal Gastgeber sein können.