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Erste Flüchtlinge von Griechenland in die Türkei abgeschoben

Knapp drei Wochen nach der Besiegelung des Flüchtlingspaktes von EU und Türkei hat am morgen die Rückführung der ersten Flüchtlinge aus Griechenland

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Knapp drei Wochen nach der Besiegelung des Flüchtlingspaktes von EU und Türkei hat am morgen die Rückführung der ersten Flüchtlinge aus Griechenland in die Türkei begonnen. Ungefähr 200 Männer wurden mit Bussen zum Haupthafen der Insel Lesbos gebracht. Um 6.28 Ortszeit lief das erste Schiff aus Lesbos aus, kurz darauf legte auch das zweite Schiff in Richtung der türkischen Hafenstadt Dikili aus.

Bei den heute Abgeschobenen soll es sich nur um Männer handeln, die keinen Asylantrag gestellt haben oder aus sicheren Drittstaaten kommen. Die Migranten wurden von Dutzenden Sicherheitsleuten begleitet, befürchtete Ausschreitungen blieben aus. Die griechischen Behörden wollen heute etwa 400 Asylsuchende von den Inseln der Ostägäis abschieben. Fast zeitgleich wurden Migranten in den Hafen der benachbarten Insel Chios gebracht, um in die türkische Hafenstadt Cesme abgeschoben zu werden.

In der Türkei gab es Proteste gegen die Aufnahme der Menschen. In Dikili herrschte bei den Behörden Ratlosigkeit. Der Bürgermeister des Küstenbezirks Dikili, Mustafa Tosun, kritisierte, die türkische Regierung habe die lokalen Behörden nicht über ihre Pläne vor Ort informiert.

Mit dem umstrittenen Abkommen will die EU den Zustrom von Flüchtlingen drosseln. Es sieht vor, dass alle Menschen, die seit dem 20. März illegal nach Griechenland übergesetzt sind, von Montag an zwangsweise in die Türkei zurückgebracht werden können. Seit dem Stichtag trafen etwa 5.000 auf den Ostägäis-Inseln ein.

Ausgenommen von den Abschiebungen sind nur Menschen, die nachweisen können, dass sie in der Türkei verfolgt werden. Für jeden aus Griechenland abgeschobenen Syrer soll ein Syrer aus der Türkei legal in der EU aufgenommen werden. Diese Regelung gilt zunächst für 72.000 syrische Flüchtlinge, die in der Türkei Zuflucht gesucht haben.