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Erste Rückführung von Flüchtlingen in die Türkei

Gut zweihundert Flüchtlinge sind von Griechenland zurück in die Türkei gebracht worden. Es waren die ersten Rückführungen unter dem neuen Abkommen

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Erste Rückführung von Flüchtlingen in die Türkei

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Gut zweihundert Flüchtlinge sind von Griechenland zurück in die Türkei gebracht worden.

Es waren die ersten Rückführungen unter dem neuen Abkommen zwischen der Türkei und der Europäischen Union. Die meisten der Flüchtlinge stammten aus Pakistan, etliche weitere aus Afghanistan.

Die Rückführung sei glatt und ruhig verlaufen, sagt eine Sprecherin der europäischen Grenzschutzagentur Frontex. Beamte hätten die Flüchtlinge in die Busse und auf die Fähren begleitet, ohne Zwischenfälle.

Einige Menschen protestierten gegen die Rückführung.

Das Abkommen mit der Türkei sei gar kein Abkommen und auch keine Lösung, sagt eine Aktivistin aus den Niederlanden. Es gehe dabei nur um Geld. Sie selbst sei mit ihrem Herzen hier, man müsse sich um wehrlose Menschen kümmern.

Mit dem Abkommen will die Europäische Union den Zustrom von Flüchtlingen drosseln und Schleppern das Handwerk legen.

Es sieht vor, dass alle Menschen, die seit dem 20. März illegal nach Griechenland gelangt sind, zwangsweise in die Türkei zurückgebracht werden
können. Ausgenommen sind diejenigen, die nachweisen können, dass sie in der Türkei verfolgt werden.

Für Syrer gilt: Für jeden aus Griechenland abgeschobenen soll einer aus der Türkei legal in der EU aufgenommen werden.

Diese Regelung gilt zunächst für 72000 syrische Flüchtlinge, die in der Türkei Zuflucht gesucht haben. Nach Deutschland sollen 15000 von ihnen kommen.

Nach den Grenzschließungen der Länder auf dem Balkan und der EU-Türkei-Einigung ist die sogenannte Balkanroute für Flüchtlinge
endgültig dicht.

In Deutschland ging die Zahl der Neuankömmlinge zuletzt massiv zurück. So wurden im März nur noch rund zwanzigtausend neue Flüchtlinge registriert. Im Februar waren es noch gut sechzigtausend gewesen, im Januar sogar über neunzigtausend.