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Oh, wie schön ist Panama - wenn da nicht diese Steuerfahnder wären

“Die Daten geben einen seltenen Einblick in eine Welt, die eigentlich nur im Verborgenen existieren kann,” so die Süddeutsche Zeitung über den

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Oh, wie schön ist Panama - wenn da nicht diese Steuerfahnder wären

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“Die Daten geben einen seltenen Einblick in eine Welt, die eigentlich nur im Verborgenen existieren kann,” so die Süddeutsche Zeitung über den riesigen Steuerschwindel-Datensatz der Panama-Papers – 1.400mal so mächtig wie die Enthüllungen von Wikileaks – , den am Ende 400 Reporter von 100 Medien auswerteten.

Meinung

Größtes Leck in der Geschichte des Datenjournalismus

“Sie belegen, wie eine globale Industrie, angeführt von großen Banken, Anwaltskanzleien und Vermögensverwaltern, die Besitztümer von Politikern, Fifa-Funktionären, Betrügern und Drogenschmugglern, aber auch von Milliardären, Prominenten und Sport-Stars in aller Verschwiegenheit verwaltet.”

Die Lieblings-Standorte dieser Industrie, die Staaten vermutlich Steuern in ungeahnter Höhe vorenthielt und zehntausende Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Sport erpressbar machte: Britische Jungferninseln, Panama, Bahamas, Seychellen, Niue, 2.000 km nordöstlich von Neuseeland, Samoa….die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in Panama half als Offshore-Dienstleister bei der Gründung von insgesamt mehr als 214.000 Briefkastenfirmen in 21 Steueroasen, auch Neuseeland.

John Key, Neuseelands Premierminister:

“Neuseeland hat die gleichen Steuergesetze, wenn es zum Schwur kommt, seit 1988. Neuseeland hatte auch eine Überprüfung der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) im Jahr 2013, und sie gaben Neuseeland ein sauberes Attest.”

Briefkastenfirmen sind nicht automatisch illegal, wenn es ausschließlich um Steuervermeidung oder um die gesetzeskonforme Verschleierung von Vermögensverhältnissen geht. Sie dienen aber häufig illegalen Zwecken, etwa Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Korruption oder Umgehung von Sanktionen.

Es wird erwartet, dass sich mit Hilfe der Panama Papers zahlreiche Steuerdelikte und illegale Finanztransaktionen justiziabel belegen lassen.

Der “Süddeutschen Zeitung” waren durch eine anonyme Quelle etwa elf Millionen Dokumente aus der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in Panama zugespielt worden. Unter den Kunden fänden sich fast 130 Politiker aus aller Welt. Mossack Fonseca unterhält weltweit 44 Niederlassungen. Die Firma wurde 1977 von Jürgen Mossack als Jürgen Mossack Lawfirm gegründet, 1986 tat Mossack sich mit Ramón Fonseca Mora zusammen. Das Unternehmen ist auf Wirtschaftsrecht und Investorenberatung spezialisiert, bietet vielfältige Dienstleistungen für Briefkastenfirmen an und gilt als einer der Marktführer bei Briefkastenfirmendienstleistungen.

Twitter-Spott:

su mit Reuters, dpa