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Tallinn Music Week: Gegensätze ziehen sich an!

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Tallinn Music Week: Gegensätze ziehen sich an!

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Alles von Pop, Punk und Dance bis Avantgarde war auf der diesjährigen Tallinn Music Week vertreten, auch finnischer Funk von der Band mit dem

Alles von Pop, Punk und Dance bis Avantgarde war auf der diesjährigen Tallinn Music Week vertreten, auch finnischer Funk von der Band mit dem vielversprechenden Namen Eternal Erection. 250 Bands und Musiker aus 35 Ländern hatte das Showcase-Festival diesmal zu bieten, Kunst, Kulinarisches und Design, sowie erstmals das globale Diskussionsforum “Creativity for Change”.

Zu den Höhepunkten gehörte mit Sicherheit der gemeinsame Auftritt der legendären Postpunk Band The Membranes mit dem estnischen Frauenkammerchor Sireen.

Frage an Leadsänger John Robb: “Sie haben als lauteste Liveband Geschichte geschrieben, jetzt singen Sie mit den Sirenen. Wie kam es dazu?”

John Robb, The Membranes: “Im Grunde geht es um die Musik. Ich kann Ihnen sagen, wie es dazu kam. Letztes Jahr sah ich den Auftritt der Sireens auf der Tallinn Music Week und fand ihre Performance total faszinierend. Die Stimmen klangen wunderschön. Und ich sagte mir, das könnte zu unserer Musik passen, die Kombination von Gegensätzen, das funktioniert immer gut in der Musik.”

Die Songs über Sex, Tod und das Universum stammen vom Comeback-Album der Membranes “Dark Matter/ Dark Energy”, das im Juni 2015 erschien.

Maria Faust: “Sacrum Facere”

Die in Dänemark lebende Estin Maria Faust ist eine vielseitige Jazzmusikerin mit mehreren Bandprojekten, darunter Sacrum Facere, ein an traditioneller estnischer Musik inspirierter Liederzyklus mit viel Platz für Improvisation.

Maria Faust: “‘Sacrum Facere’ bedeutet das Opfer menschlicher Seelen. Mein Album handelt von Frauenschicksalen und wie viele Frauen in der Geschichte geopfert wurden. Und das geht bis heute so. Alle meine Lieder handeln von Frauen. Jedes erzählt eine andere Geschichte.”

Trad.Attack! – Estnischer Folk mit belebender Wirkung

Trad.Attack! sind die aktuellen Shootingstars der estnischen Folkszene. Die drei kannten sich schon lange, bevor sie auf die Idee kamen, zusammenzuspielen. Der erste Showcase-Auftritt auf der Tallinn Music Week 2014 brachte den großen Durchbruch.

Sandra Sillamaa, Trad.Attack!: “Jeder von uns hatte viele verschiedene Bands, und wir haben uns gesagt, warum nicht eine gemeinsame Band, in der wir das machen, was wir wirklich wollen, in der wir nicht fürs Publikum spielen, sondern nur für uns selbst und einfach Spaß haben.”

Jalmar Vabarna, Musician, Trad.Attack!: “Wir benutzen auf der Bühne Klangschleifen mit alten estnischen Archivaufnahmen. Und wir benutzen in der Tat ziemlich seltsame Instrumente: den estnischen Dudelsack, Maultrommel und Flöten. Dazu zwei weitere Dinge: Gitarre und Schlagzeug.”

Hier der Song “Jaan’kene” (Martii Helde führte Regie):

Trad.Attack! sind in den vergangenen zwei Jahren in 17 Ländern aufgetreten und haben in diesem Jahr rasante Tourpläne, unter anderem China und Südkorea. Auch in Deutschland wird das Trio erwartet.

Konzert für DJ und Orchester mit Kristjan Järvi

Ein weiteres Highlight war das “Concerto for Turntables and Orchestra”, ein Duell zwischen DJ Mr Switch und dem Kammerorchester Glasperlenspiel Sinfonietta. Am Pult stand Weltklasse Dirigent Kristjan Järvi. Der Chefdirigent des MDR Sinfonieorchesters in Leipzig ist ein Freund Genre übergreifender Klassikprojekte.

Kristjan Järvi: “Das ‘Concerto for turntables’ ist im Prinzip wie eine klassische Komposition geschrieben mit einem elektronischen Element, und dieses Element ist der Plattenspieler. Es ist für DJ und Orchester. Aber es kann so viel mehr sein. Möglich machen das Rhythmus, Bewegung und Atem und die Tatsache, dass man alles gemeinsam tut als Band oder Orchester.”

Das Konzert stammt vom Londoner Komponisten und DJ Gabriel Prokofiev, dem Enkel des berühmten russischen Komponisten.