Eilmeldung

Eilmeldung

Weltweite Empörung, Diskussionen und Demonstrationen - die Panama Papers

Die Enthüllungen der Panama Papers aus der Kanzlei Mossack / Fonseca über milliardenschwere Geschäfte mit Briefkastenfirmen bringen Spitzenpolitiker

Sie lesen gerade:

Weltweite Empörung, Diskussionen und Demonstrationen - die Panama Papers

Schriftgrösse Aa Aa

Die Enthüllungen der Panama Papers aus der Kanzlei Mossack / Fonseca über milliardenschwere Geschäfte mit Briefkastenfirmen bringen Spitzenpolitiker, Sportstars oder Prominente in Erklärungsnot. Marina Walker Guevara vom internationalen Netzwerk investigativer Journalisten über die Auswirkungen:

“Die Offshore Welt hat die Eigenschaft sich sehr schnell wieder neu zu erfinden, wenn ein Trick aufgeflogen ist; da gibt es jede Menge hochbezahlter Anwälte die schon am nächsten Hintertürchen arbeiten. Aber in Zeiten von Big Data und Dank der Zusammenarbeit hartnäckiger Journalisten wird es immer schwieriger, die Dinge unter der Decke zu halten.”

Die Enthüllungen reichen von Russland bis Südafrika, von Island bis Argentinien, von Syrien bis Aserbaidschan, betreffen 50 Länder und 21 Steuerparadiese. Die Öffentlichkeit wartet gespannt auf weitere Veröffentlichungen mit denen man nach einem Jahr Recherche und Vorbereitung durch die internationale Journalistengemeinschaft rechnen kann. Schon jetzt sorgen die “Panama Papers” weltweit für Diskussionen, empörte Reaktionen und Demonstrationen. Strafverfolger bekommen Informationen über Drogen-, Waffen- und Menschenhändler – inklusive ihrer Verflechtungen. Elfeinhalb Millionen Dokumente – ein Datenleck mit dem Potential einer globalen politischen Bombe.

Mehrere Tausend Deutsche nutzten Briefkastenfirmen von Mossack Fonseca

Mindestens 28 deutsche Banken haben in den vergangenen Jahren die Dienste der Kanzlei Mossack Fonseca aus Panama genutzt. Insgesamt gründeten die deutschen Banken, darunter sechs der sieben größten Kreditinstitute, bei dem Offshore-Dienstleister mehr als 1200 Briefkastenfirmen oder verwalteten sie für ihre Kunden. Allein die Deutsche Bank setzte bis zum Jahr 2007 mehr als 400 Offshore-Firmen auf. Dies geht aus den Panama Papers hervor. Die Unterlagen, die der Süddeutschen Zeitung zugespielt wurden, zeigen zudem, dass mehrere Tausend Deutsche die Briefkastenfirmen von Mossack Fonseca genutzt haben. Als Vermittler traten dabei nicht nur deutsche, sondern auch ausländische Banken auf.

Die Unterlagen sowie ergänzende Recherchen legen den Verdacht nahe, dass ehemalige Siemens-Manager einen Teil des Geldes, das sie einst in schwarzen Kassen in Lateinamerika verwaltet haben, nach Bekanntwerden der Affäre im November 2006 nicht an den Konzern zurückgeführt haben. Stattdessen wurden offenbar fast drei Millionen Euro auf private Konten unter anderem auf den Bahamas und in der Schweiz gelenkt. Einer der beteiligten Ex-Siemens-Manager bestätigte, dass das Konto auf den Bahamas ihm gehörte; andere Fragen zu den Geldtransfers ließ er aber unbeantwortet. Siemens versicherte, man kenne die Vorgänge nicht.