Eilmeldung

Eilmeldung

Deutschland: Weniger kommen an, aber mehr Asylanträge

In Deutschland haben in den vergangenen Wochen deutlich mehr Menschen Asyl beantragt. Gleichzeitig ist die Zahl der Neuankömmlinge aber zurück

Sie lesen gerade:

Deutschland: Weniger kommen an, aber mehr Asylanträge

Schriftgrösse Aa Aa

In Deutschland haben in den vergangenen Wochen deutlich mehr Menschen Asyl beantragt. Gleichzeitig ist die Zahl der Neuankömmlinge aber zurück gegangen. Der Grund dafür sei eindeutig die weitgehende Schließung der Balkanroute, so der deutsche Inneminister Thomas de Maizière.

“Die Zahl der Asylanträge steigt. Die Zahl derer, die nach Deutschland kommen, sinkt. Das ist aber nur scheinbar ein Widerspruch. Das liegt daran, dass viele, die schon längst hier sind, erst jetzt einen Asylantrag stellen”, sagte de Maizière.

Die erfassten Ankömmlinge müssen in Deutschland derzeit zum Teil lange warten, bevor bis sie förmlich Asyl beantragen können. Wegen der geringeren Zahl an neu eintreffenden Menschen arbeitet die Bundesamt für Migration derzeit gewissermaßen den Rückstand ab. Am Freitag veröffentlichte das BAMF die neuesten Asyl-Statistiken.

Inzwischen kämen deutlich weniger als 200 Menschen am Tag über die deutsch-österreichische Grenze, so Innenminister de Maizière. Er hatte kürzlich in Aussicht gestellt, die Grenzkontrollen am 12. Mai auslaufen zu lassen, dafür aber heftigen Protest aus dem an österreich grenzenden Bayern geerntet. Eine Prognose für die Zahl der Ankömmlinge im Gesamtjahr wollte de Maizière nicht abgeben. Die Bildung neuer Routen, etwa über Italien, gilt als nicht ausgeschlossen.

Auch Griechenland verzeichnet eine starke Zunahme an Asylanträgen, die Behörden sind mit der Flut überfordert. Laut Beobachtern entschieden sich viele Flüchtlinge derzeit lieber dort Asyl zu beantragen, als auf eine Weiterreise nach Europa zu hoffen und eine Abschiebung in die Türkei zu riskieren.