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Südkorea: Zwei Jahre nach Sewol-Unglück fordern Angehörige weitere Konsequenzen

Am zweiten Jahrestag des Untergangs der Fähre Sewol hat Südkorea der Opfer gedacht. 304 Menschen verloren bei dem Fähr-Unglück ihr Leben, die meisten

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Südkorea: Zwei Jahre nach Sewol-Unglück fordern Angehörige weitere Konsequenzen

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Am zweiten Jahrestag des Untergangs der Fähre Sewol hat Südkorea der Opfer gedacht. 304 Menschen verloren bei dem Fähr-Unglück ihr Leben, die meisten davon Schüler, die auf einem gemeinsamen Ausflug waren.

Der Kapitän der Fähre ist lebenslang in Haft, weil er sein Schiff verließ, ohne eine Evakuierung anzuordnen. Auch andere leitenden Crewmitglieder wurden verurteilt. Die Angehörigen fordern aber auch Konsequenzen für Mitglieder diverser Aufsichts- und Regierungsstellen.

Am Samstag versammelten sich die Familien zu einer gemeinsamen Gedächtnisveranstaltung, viele von ihnen trugen dabei gelbe Tücher. Die Farbe ist zur Symbolfarbe für ihre Anliegen und ihren Protest geworden.

“Wir wollen diesen Tag wirklich hinter uns lassen”, so der Vater eines der Opfer während einer Ansprache. “Wenn die Leute, die verantwortlich sind die Verantwortung übernehmen würden, wenn wir erfahren könnten, warum das passiert ist und unsere Kinder gestorben sind, dann könnten wir vielleicht zu unserem Leben zurückkehren.”

Die Sewol hatte am 16. April 2014 erst Schlagseite bekommen und war dann vollständig gekentert. Von den 476 Menschen an Bord überlebten nur 172, darunter die leitenden Crewmitglieder, die sich mit als Erste retten konnten. Neun Opfer werden noch immer vermisst.

Laut Ermittlerungsberichten führten auch Korruption, Inkompetenz und Geldgier bei den Behörden und der Rederei zur Katastrophe. Die Fähre war am Unglückstag völlig überladen.