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Steigende Flüchtlingszahlen in Italien: Steinmeier und Ayrault stärken libyscher Einheitsregierung den Rücken

In der libyschen Hauptstadt Tripolis haben Sicherheitskräfte mehr als 200 Flüchtlinge und Migranten festgenommen. Bei den meist jungen Männern aus

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Steigende Flüchtlingszahlen in Italien: Steinmeier und Ayrault stärken libyscher Einheitsregierung den Rücken

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In der libyschen Hauptstadt Tripolis haben Sicherheitskräfte mehr als 200 Flüchtlinge und Migranten festgenommen. Bei den meist jungen Männern aus afrikanischen Ländern handele es sich um illegale Migranten, die auf eine Überfahrt nach Europa warteten, so ein Mitglied der Sicherheitskräfte.

Laut der Internationalen Organisation für Migration haben in den vergangenen Tagen mehr als 6000 Menschen die Überfahrt auf italienische Inseln gewagt. Nach Einschätzung der Organisation steht eine weiteren Welle von mindestens 100.000 Menschen bevor.

Viele kommen aus dem Süden, vieler aber auch aus anderen Krisenregionen. General Paolo Serra, dem militärischen Berater des UN-Gesandten für Libyen, Martin Kobler, könnten sich aufgrund der Lage bis zum Jahresende rund 250.000 Menschen in Libyen zur Flucht gezwungen sehen.

Die jüngsten Zahlen zu Neuankömmlingen in Italien und Griechenland deuten auf eine Verlagerung hin. Während sie in Griechenland stark zurückgegangen sind, steigen die Zahlen auf italienischen Inseln wie Lampedusa wieder. Allerdings sind die Dimensionen unterschiedlich, auch weil Überfahrten von Libyen aus deutlich länger und damit gefährlicher sind. Von der Türkei wagten es im vergangenen Jahr fast eine Million Menschen, von Libyen nach Italien zu Spitzenzeiten rund 170.000.

Der Ausblick besorgt die EU, die weiter um eine gemeinsame Politik bei der Flüchtlingsfrage ringt. Sie hofft auf den Erfolg des Friedensprozesses in Libyen und auf eine Zusammenarbeit mit der neuen Einheitsregierung in Libyen.

Nach ihrem italienischen Amtskollegen reisten am Samstag auch der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier und sein französischer Kollege Jean-Marc Ayrault nach Tripolis. Beide Länder signalisierten damit faktisch ihre Anerkennung der Einheitsregierung, die unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen ausgehandelt wurde, die aber noch nicht stabilisiert ist.

Frankreich wünscht sich unter anderem eine Ausweitung der EU-Grenzschutzmission vor der libyschen Küste. Konkrete Gespräche zur Flüchtlingsthematik sollen aber noch nicht geführt worden sein.