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Brüsseler Musikfestival Balkan Trafik setzt Zeichen des "Lichts gegen die Finsternis" - mit einem Drittel weniger Besucher

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Brüsseler Musikfestival Balkan Trafik setzt Zeichen des "Lichts gegen die Finsternis" - mit einem Drittel weniger Besucher

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Knapp einen Monat nach den Terroranschlägen kehrt das Brüsseler Kulturleben zaghaft in die Normalität zurück. Balkan Trafik, ein internationales

Knapp einen Monat nach den Terroranschlägen kehrt das Brüsseler Kulturleben zaghaft in die Normalität zurück.

Balkan Trafik, ein internationales Festival der Musik Südosteuropas, beging am Wochenende seine zehnte Ausgabe.

Für viele Musiker war es wichtig, gerade jetzt nach Brüssel zu kommen, so auch für die Band Preporod aus Bosnien.

Sängerin Satka Krdžić erklärte im Interview mit Euronews Korrspondent Sando Zsiros:
“Wir hatten anfangs schon Angst und waren uns nicht sicher, ob wir kommen sollen. Wir sind Muslime, und die Menschen könnten uns für Terroristen halten. Das sind wir aber nicht, und die meisten Menschen wissen das auch. Unsere Welt ist der Frieden, das ist es, was wir wollen.”

Eine Weltpremiere feierte auf Balkan Trafik die Zusammenarbeit des belgo-tunesischen Musiker Jawhar und der ungarischen Romasängerin Mitsoura.

Jawhar sagte Euronews:
“Ich hatte Angst, dass das Festival nicht stattfinden könnte, aber zum Glück hat es dann doch geklappt. Kulturelle Veranstaltungen wie diese sind sehr wichtig im Kampf des Lichts gegen die Finsternis, einem Kampf, den wir weiter führen müssen.”

Frank London und sein Glass House Project sind von Amerika nach Brüssel gekommen.

Der berühmte Klezmer-Musiker hatte das Projekt anläßlich des 70. Jahrestages der Shoa ins Leben gerufen – die Band spielt jüdische Musik aus dem Ungarn des frühen 20. Jahrhunderts.

Als jüdischer Musiker weiß London um seine Gefährdetheit, aber er sagt:
“Du kannst dein Leben auch ausschließlich zu Hause verbringen und dann mit 50 an einem Herzanfall sterben. Wir wissen einfach nicht, was uns bevorsteht. Andererseits versuche ich auch, Dummheit zu vermeiden, also ich schaue schon immer, wo die Notausgänge sind, das hat mir meine Mutter beigebracht.
Aber wenn es ein Risiko gibt, dann ist es ein notwendiges. Gerade wenn das Verbreiten positiver Botschaften, oder deren Unterstützung ein Risiko beinhaltet, dann wäre es ja sehr traurig, wenn wir deswegen gesagt hätten, passt auf, wir kommen nicht, wir sind zu nervös.”

Die Jubiläumsausgabe von Balkan Trafik hat ein Zeichen für das Brüsseler Kulturleben gesetzt – aber zu einem Preis. Die Besucherzahlen lagen 35 Prozent niedriger als im Vorjahr.