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Argentinien wieder kreditwürdig: "Ein verlorener Sohn kehrt zurück"

Nach einer Auszeit von 15 Jahren kehrt Argentinien mit einem Paukenschlag an den internationalen Kapitalmarkt zurück. Das südamerikanische Land will

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Argentinien wieder kreditwürdig: "Ein verlorener Sohn kehrt zurück"

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Nach einer Auszeit von 15 Jahren kehrt Argentinien mit einem Paukenschlag an den internationalen Kapitalmarkt zurück. Das südamerikanische Land will eine Emission von bis zu 13,2 Milliarden Euro an den Markt bringen. Das wäre ein Rekord für ein Schwellenland und markiert das Ende des Kapitels internationaler Isolation nach dem Zahlungsausfall auf Anleihen über 83,7 Milliarden Euro im Jahr 2001. Die Papiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren dürften mit rund 7,5 Prozent Rendite ausgestattet werden, so Insider, ein Aufschlag von fast 1,5 Prozentpunkten gegenüber der durchschnittlichen Rendite bei Anleihen gleicher Laufzeit von Entwicklungsländern.

Meinung

Die Welt ist bereit, Argentinien wieder aufzunehmen

Präsident Mauricio Macri, seit Dezember im Amt, hatte versprochen, die unvorhersehbare Wirtschaftspolitik seiner Amtsvorgängerin Cristina Fernandez de Kirchner zu beenden und eine Einigung mit den Anlegern zu erzielen, die sich der Umschuldung nach dem Zahlungsausfall verweigert und gegen das Land geklagt hatten. Aus dem Emissionserlös werden rund 8,8Milliarden Euro verwendet, um die Ansprüche von Hedgefonds und anderen Anlegern unter der Führung von Milliardär Paul Singer zu befriedigen. Sie hatten sich im Februar mit Argentinien geeinigt.

Der Ausschluss vom internationalen Kapitalmarkt hatte die argentinische Volkswirtschaft 105,80 Milliarden Euro gekostet. Zudem entgingen dem Land zwei Millionen neue Arbeitsplätze, die sonst geschaffen worden wären, so Zahlen von Finanzminister Alfonso Prat-Gay.

“Die Welt ist bereit, Argentinien wieder aufzunehmen”, sagte Prat-Gay vergangene Woche in Washington. “Ein verlorener Sohn kehrt zurück.”

Seit seiner Amtsübernahme hat Macri die Kapitalverkehrskontrollen aufgehoben, die meisten Exportzölle abgeschafft, staatliche Subventionen gekürzt und das Statistikamt des Landes reformiert. Die Ratingagenturen applaudierten und hoben die Bonität des Landes an, was die Bondrenditen auf Rekordtiefs sinken ließ.

su mit Reuters