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Papst bittet Migranten um Vergebung

In Griechenland können erste Migranten die Aufnahmelager auf den Inseln in der Ägäis verlassen, sofern sie einen Asylantrag gestellt haben. Sie

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Papst bittet Migranten um Vergebung

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In Griechenland können erste Migranten die Aufnahmelager auf den Inseln in der Ägäis verlassen, sofern sie einen Asylantrag gestellt haben. Sie dürfen sich auf den Inseln frei bewegen, während ihre Anträge geprüft werden. Der Zugang zum griechischen Festland ist ihnen nicht gestattet.

Meinung

Vergebt die Verschlossenheit unserer Gesellschaften.

Unterdessen hat Papst Franziskus sich erneut für die Migranten stark gemacht. Am Samstag hatte er die griechische Insel Lesbos besucht und von dort 12 Syrer mit nach Rom genommen. An die Flüchtlinge gerichtet sagte er in einer Videobotschaft: “Vergebt die Verschlossenheit und Gleichgültigkeit unserer Gesellschaften, die Angst vor der Veränderung in ihrem Leben und in ihrem Denken haben, die Eure Anwesenheit fordert. Ihr werdet wie eine Last, ein Problem und als teuer angesehen. Dabei seid ihr ein Geschenk.”


Im griechischen Grenzort Idomeni bleibt die Lage angespannt. Bei der Essensausgabe kam es am Dienstag zu Streitereien. Viele Migranten sagten, die Rationen seien zu klein. Tags zuvor hatten Migranten die Polizei angegriffen. Mit wiederkehrenden Protestaktionen und der Blockade der Eisenbahnlinie zwischen Griechenland und Mazedonein versuchen sie, eine Öffnung der Grenze zu erzwingen.

Die seit mehr als einem Monat andauernde Blockade der Eisenbahnlinie hat inzwischen zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen geführt. “Wir haben bereits Schäden in Höhe von 800.000 Euro”, sagte Anastasios Sechperidis als Vertreter der Transporteure Griechenlands am Dienstag dem Nachrichtensender Skai.

Schon seit 32 Tagen sei die wichtigste Verkehrsverbindung blockiert. Griechische Exporteure und Transportunternehmen verlören ihre Glaubwürdigkeit bei Partnerunternehmen im Ausland. Hunderte Eisenbahn-Waggons voller Waren steckten auf beiden Seiten der Grenze seit Wochen fest, hieß es.

Die Eisenbahnstrecke verbindet die griechischen Häfen von Piräus und Thessaloniki mit Zentral- und Osteuropa. Migranten wollen mit ihrer Blockadeaktion erreichen, dass die Grenze geöffnet wird und sie weiterreisen können. Der griechischen Polizei war es am Vortag gelungen, vorübergehend die Bahntrasse freizubekommen. Danach wurde sie jedoch wieder von Migranten besetzt. Die Regierung in Athen will keine Gewalt anwenden. Im wilden Lager von Idomeni sind auch zahlreiche Familien mit vielen Kindern.