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Sind die IS-Dschihadisten bald pleite?

Innerhalb weniger als eines Jahres sind die Einnahmen des selbst-ausgerufenen IS-Kalifates um rund 30 % gesunken. Dies geht aus Berechnungen für den

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Sind die IS-Dschihadisten bald pleite?

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Innerhalb weniger als eines Jahres sind die Einnahmen des selbst-ausgerufenen IS-Kalifates um rund 30 % gesunken. Dies geht aus Berechnungen für den "IHS Conflict Monitor" hervor. Im März 2016 nahmen die IS-Dschiahidsten diesen Berechnungen zufolge rund 56 Millionen Dollar ein, Mitte 2015 waren es noch 80 Millionen Dollar gewesen.

Hauptgrund für den Rückgang sind die Erfolge der internationalen Anti-IS-Koalition. Wegen der internationalen Luftangriffe sei die Ölförderung in den IS-kontrollierten Gebieten von 33.000 Barrel am Tag auf 21.000 Barrel gesunken. Außerdem habe sich das Herrschaftsgebiet der Dschihaidisten in den vergangenen 15 Monaten um rund 22 Prozent verkleinert.



Statt neun Millionen Menschen leben demnach nun nur noch rund sechs Millionen in den IS-kontrollierten Gegenden in Syrien und dem Irak. Dadurch verringerten sich die “Steuereinahmen” ebenso wie die Möglichkeiten zu Enteignungen, Bestrafungen oder Erpressung.

Rund 43 % der IS-Einnahmen stammen nach Angaben von IHS aus dem Ölgeschäft. Schmuggler bringen es in die Nachbarstaaten Jordanien, Iran, Türkei und in die von den Kurden kontrollierten Gebiete. Dort wird das Öl minderer Qualität auf dem Schwarzmarkt angeboten. Zwei Millionen Dollar können die IS-Dschihadisten so am Tag einnehmen.

Die angespannte Finanzlage des IS zeigt erste Folgen im Kalifat. Wurden “unziemlich gekleidete Frauen” früher öffentlich ausgepeitscht, müssen sie nun Geldstrafen entrichten.