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Streikende Kuwaitis drücken Ölangebot - Preise steigen

Wegen geplanter Lohnkürzungen im Zuge des niedrigen Ölpreises sind in Kuwait tausende von Ölarbeitern in den Ausstand getreten. Ihnen gelang, was

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Streikende Kuwaitis drücken Ölangebot - Preise steigen

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Wegen geplanter Lohnkürzungen im Zuge des niedrigen Ölpreises sind in Kuwait tausende von Ölarbeitern in den Ausstand getreten. Ihnen gelang, was Ölminister der wichtigsten Produktionsländer in Doha/Katar nicht geschafft haben: Kuwaits Fördermenge halbierte sich fast auf 1,5 Millionen Barrel Öl pro Tag – damit wäre die aktuelle Überproduktion von 1,5 Millionen Barrel am Weltmarkt sogar mehr als ausgeglichen – der Ölpreis stieg um zwei Prozent.

Meinung

Wir versuchen nur, das Erreichte zu halten und fordern keine neuen Sachen

“Der Streik in Kuwait stützt die Preise”, sagte Tamas Varga, Öl-Analyst bei der Brokerfirma PVM Oil Associates, London.

Saif Mohammed AL-Qahtani, Vorsitzender des Arbeitnehmerbundes Öl & Petrochemie:

“Den Streik wollen wir gar nicht, wir haben nicht die geringste Lust darauf. Wir waren dazu gezwungen. Es ist, als ob uns jemand dazu drängen würde. Jemand von außen. Wir versuchen nur, das Erreichte zu halten und fordern keine neuen Sachen.”

In der Stadt Ahmadi waren Plakate zu sehen mit Aufschriften wie «Stoppt die Einmischung in die Rechte von Öl-Arbeitern» und «Wir erlauben euch nicht, uns unsere Rechte wegzunehmen.» Die Gewerkschaft hatte den Streik gebilligt, nachdem es keine Einigung mit dem Ölministerium des Landes gegeben hatte. In Ahmadi hat die staatliche Ölgesellschaft Kuwait Oil ihre Zentrale.

Eine kuwaitische Arbeitnehmerin:

“Wir schaden der Wirtschaft des Landes nicht. Das Gegenteil ist wahr. Wir arbeiten zum Wohle von Kuwait. Wir kümmern uns um die Interessen von Kuwait. Sie sprechen von Privatisierung, von der wir als Bürger nicht profitieren. Da profitiert doch nur das Geschäft.”

Kuwait ist normalerweise mit 13.000 Menschen in der Ölindustrie und 2,8 Millionen Barrel Ölförderung pro Tag Nummer vier in der Produzentenvereinigung OPEC. Laut Experten könnte der Streik 10 – 15 Tage dauern. Schon jetzt werden die Anlagen von Leiharbeitern aus der Elektro- und Wasserwirtschaft in Gang gehalten (Sheik Talal). Die Kuwait Petroleum Corp., Muttergesellschaft von Kuwait Oil, erklärte, man habe einen Notfallplan, um mit den Folgen eines Streiks fertig zu werden. Rentner und Unternehmer seien als zusätzliche Arbeitskräfte zurückgerufen worden.

Nach Medienberichten (“Bloomberg”) erwägt die Regierung auch den Einsatz von Ölarbeitern aus Saudi Arabien und Bahrain.

su mit Reuters