Eilmeldung

Eilmeldung

Visionen auf der Fab City in Amsterdam: Mobile Häuser zum Zusammenbauen und Brücken aus Druckern

Sie lesen gerade:

Visionen auf der Fab City in Amsterdam: Mobile Häuser zum Zusammenbauen und Brücken aus Druckern

Schriftgrösse Aa Aa

Im Hafen von Amsterdam zeigen Forscher, Künstlerinnen, Studenten und Kreative aus verschiedenen Branchen derzeit ihre Vision der Stadt der Zukunft

Im Hafen von Amsterdam zeigen Forscher, Künstlerinnen, Studenten und Kreative aus verschiedenen Branchen derzeit ihre Vision der Stadt der Zukunft. Der Fab City Campus wurde im Rahmen eines Kulturprogramms während der niederländischen EU-Ratspräsidentschaft für drei Monate auf der Insel Java in der niederländischen Hauptstadt errichtet. Es geht unter anderem um nachhaltiges Wohnen und darum zu zeigen, wie sich jeder erneuerbare Energien zu Nutzen machen könnte – mit der mobilen Solarbatterie Green Battery zum Beispiel. Über 400 Kreative haben 50 Pavillons und Installationen geschaffen.

Jelte Glas von Woonpioneers ist einer von ihnen. Er hatte die Idee zu Porta Palace, einem 18 Quadratmeter großen mobilen Haus, das auf wenig Platz möglichst viel Raum schaffen soll. Glas wollte sich für wenig Geld ein eigenes Haus bauen. Zusammen mit zwei Architekten bastelte er etwa ein Jahr lang an Porta Palace. Das Ziel war, ein flexibles und umweltfreundliches Zuhause zu schaffen, dass man sich auch leisten kann. Das kleine Haus kostet den Entwicklern zufolge 35.000 Euro. Glas: “Die Leute sind wirklich überrascht, wie viel Platz ein so kleines Haus bietet, auch weil wir viel Glas benutzt haben und es offen ist und man sich so wirklich auf die Umgebung einlassen kann.”

Ein anderes Modell ist das Wikkelhaus der Firma Fiction Factory. Es kann aus mehreren Modulen zusammengesetzt werden, die vor allem aus Wellpappe bestehen. Ein Modul ist 1,20 Meter breit und vier Meter hoch. Es besteht aus 24 Lagen Pappe, die zusammengeklebt werden. Wärmedämmung und wasserdichte Folien schützen das Wikkelhaus vor Umwelteinflüssen. Zum Schluss wird es mit Holzplatten verkleidet, die zusätzlich Schutz vor Wind, Wetter und Sonne bieten. Die einzelnen Module werden durch Verbindungsteile ineinander gesteckt und können so je nach Bedarf zu einem Haus zusammengesteckt werden. Ein Modul soll etwa 3500 Euro kosten. Mit dem Fundament, einer vorgefertigten Küche, einem Badezimmer und einer Toilette liegt der Endpreis bei etwa 70.000 Euro.

Auch 3D-Drucken ist auf der Fab City ein Thema. Die Firma MX3D hat die Technik weiterentwickelt und setzt einen Roboter ein, der sich auf sechs Achsen bewegt und so mehr Bewegungsfreiheit hat als herkömmliche 3D-Drucker. Damit können massivere und anspruchsvollere Objekte hergestellt werden, sogar Stahl kann verarbeitet werden. Mit der Technik will das Unternehmen eine Fußgängerbrücke errichten, so Firmengründer Gijs van der Velden: “Wir können mit unserer Technik meterhohe Sachen herstellen. Wir stehen kurz davor, eine Brücke zu herzustellen. Das ist wirklich eine Neuheit.”

Der Fab City Campus ist noch bis zum 26. Juni für Besucherinnen und Besucher geöffnet.