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Elnaz Rekabi: Eine Iranerin greift nach hohen Kletterzielen

Elnaz Rekabi will ihren Namen in die Geschichtsbücher ihres Sports schreiben: Die 26-jährige will die erste Frau aus dem Iran sein, die den gesamten

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Elnaz Rekabi: Eine Iranerin greift nach hohen Kletterzielen

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Elnaz Rekabi will ihren Namen in die Geschichtsbücher ihres Sports schreiben: Die 26-jährige will die erste Frau aus dem Iran sein, die den gesamten IFSC Weltcup im Bouldern bestreitet. In ihrer Heimat ist sie als großes Talent bekannt und in Asien hat sie Wettkämpfe gewonnen. Aber auf der weltweiten Bühne ist ihr der Durchbruch noch nicht gelungen.

„Meine Freunde unterstützen mich und ermuntern mich, weiterzumachen“, sagt sie „Aber manchmal werde ich auch gefragt: Klettern? Als Frau? Das überrascht viele Leute erst einmal, aber in einem positiven Sinne. Und es hilft vielleicht auch andere Mädchen, diesen Sport anzufangen.“ Rekabi bestreitet ihren Sport aus eigener Tasche: Sie hat keinen nationalen Verband, der sie unterstützt und keinen Sponsor, der sie finanziert. „Ein anderes Probleme für mich ist, dass ich alleine trainieren muss. Es gibt keine anderen Frauen, die auf meinem Niveau klettern und ich darf nicht mit Männern trainieren.“

Ungewohnt ist in diesem Sport auch das Bild einer verschleierten Frau. Es ist ein Balanceakt zwischen muslimischen Kleidungsvorschriften und sportlichen Notwendigkeiten. “Am Anfang war das für die anderen Sportler sicher etwas gewöhnungsbedürftig. Kopftuch und ein Outfit, dass den ganzen Körper bedeckt ist hier eher unüblich, nicht zuletzt wegen der hohen Temperaturen in der Halle. Dann wird das Kopftuch auch für mich zum Problem. Der Körper versucht ja, die überschüssige Wärme irgendwie loszuwerden. Aber wir haben versucht einen Weg zu finden, der die Verschleierungsregeln respektiert und sich mit den sportlichen Anforderungen verträgt“, sagt Rekabi.

Klettern ist eine von acht Sportarten auf der Shortlist für die olympischen Spiele 2020 in Tokio – durchaus mit Chancen, ins Programm zukommen. Und der Gedanke an einen möglichen Auftritt bei den olympischen Spielen ist auch für Rekabi eine große Motivation. Sie wäre dann gerade einmal 30 Jahre alt. „Ich tue alles dafür, um dieses Ziel zu erreichen. Bis es soweit ist, versuche ich, genug Geld aufzutreiben, um regelmäßig im Weltcup anzutreten. Ich bin sicher, dass ich meine Träume verwirklichen kann.”