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Kundgebung am Brenner gegen Österreichs geplante Grenzkontrollen

An die dreihundert Menschen haben am Brenner gegen die angekündigten Grenzkontrollen Österreichs gegenüber Italien protestiert. Mehrere

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Kundgebung am Brenner gegen Österreichs geplante Grenzkontrollen

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An die dreihundert Menschen haben am Brenner gegen die angekündigten Grenzkontrollen Österreichs gegenüber Italien protestiert.

Mehrere Demonstranten drückten gegen die Polizeiabsperrung, die Polizisten setzten Pfefferspray ein.

Aufgerufen hatten zu der Kundgebung italienische Organisatoren. Vor drei Wochen hatte es schon eine ähnliche Veranstaltung gegeben, damals aber mit mehr Gewalt.

Österreichs neuer Innenminister Wolfgang Sobotka bekräftigte gerade erst, die Grenzkontrollen am Brenner für Autos und Züge würden Ende Mai beginnen, angesichts der Furcht vor steigenden Flüchtlingszahlen auf dieser Strecke. Alle Vorbereitungen seien dann abgeschlossen.

Er rief auch Italien zur besseren Sicherung der EU-Grenze auf: Treffe Italien aber keine Maßnahmen, dann werde Österreich am Brenner sogar noch einen Zaun bauen. Italien seinerseits kritisiert die österreichischen Pläne zur Grenzkontrolle.

Die österreichische Zeitung “Die Presse” berichtet, nach Angaben von Italiens Innenminister Angelino Alfano kämen aus Österreich mehr Migranten nach Italien als umgekehrt.

Dabei geht es aber nicht so sehr um den Brenner, sondern den Grenzübergang von Arnoldstein nach Tarvis, im Dreiländereck mit Slowenien.

Laut der “Presse” kamen dort in den ersten drei Monaten 2016 mehr als 1700 Menschen illegal über Österreich nach Italien – die meisten offenbar in Zügen, die aus Wien kamen.

Etwa vierhundert Menschen wurden demnach zurückgeschickt, weil sie in Österreich einen Asylantrag gestellt hatten oder klar war, dass ihre Reise dort begonnen hatte.

Österreich wiederum stellt die italienischen Zahlen in Frage und verweist außerdem darauf, seit Jahresbeginn seien aus Italien mehr als fünftausend Flüchtlinge gekommen.