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Türkei-Besuch: Merkel befürwortet erneut Einrichtung von Schutzzonen in Syrien

Deutschland will sich für die Schaffung von Schutzzonen für Zivilisten in Syrien einsetzen. Das sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bei

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Türkei-Besuch: Merkel befürwortet erneut Einrichtung von Schutzzonen in Syrien

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Deutschland will sich für die Schaffung von Schutzzonen für Zivilisten in Syrien einsetzen. Das sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem gemeinsamen Besuch mit EU-Ratspräsident Donald Tusk und EU-Kommissar Frans Timmermans in der Türkei.

Die türkische Regierung fordert schon lange die Schaffung solcher Zonen im Nachbarland. Doch die Idee ist kontrovers – auch weil unklar ist, wie die Sicherheit der Zivilisten garantiert werden kann und unter wessen Aufsicht die Zonen gestellt würden. Die Türkei könnte die Zonen beispielsweise strategisch nutzen, um die in Ankara unerwünschte kurdische Einflusssphäre in Nordsyrien zu zerteilen. Andere Parteien hingegen wollen die Kurden als wichtige Verbündete im Kampf gegen ISIL stärken.

Offenbar überwiegen aus Sicht vieler EU-Partner inzwischen aber die Vorteile. Merkel sprach sich Ende Februar erstmals für Schutzzonen aus. In der Türkei war aus ihrem Mund nichts von Zweifeln zu hören: “Solche Gebiete kann man ja sehr einfach identifizieren an der türkisch-syrischen Grenze, und wir haben uns dafür eingesetzt, dass darauf möglichst viel Kraft verwendet wird”, so Merkel. “Und je sicherer sich die Menschen fühlen können, umso weniger müssen sie ihre Heimat verlassen. Deshalb messen wir dem eine besonders große Bedeutung bei.”

Während ihres kurzen Aufenthalts besuchte Merkel gemeinsam mit dem türkischen Ministerpräsidenten Davutoglu auch ein Flüchtlingscamp bei Gaziantep. Die EU-Vertreter lobten die türkische Hilfe für die offiziell rund 2,7 Millionen Flüchtlinge im Land. Das Flüchtlingsabkommen der EU mit der Türkei ist haltbar, funktioniert und soll nun ausgebaut werden, so das Signal.