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"Brexit" liegt deutschen Managern schwer im Magen

Die Stimmung der deutschen Firmenchefs hat sich im April unerwartet etwas verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank um 0,1 Prozentpunkt auf

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Die Stimmung der deutschen Firmenchefs hat sich im April unerwartet etwas verschlechtert.

Meinung

Der Winterblues wegen deprimierender Signale von den globalen Finanzmärkten und der Weltwirtschaft klingt leider nur langsam ab

Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank um 0,1 Prozentpunkt auf 106,6 Punkte, so die Münchner Forscher über ihre Umfrage unter rund 7.000 Managern. Dies war der vierte Rückgang in fünf Monaten. Ökonomen hatten mit einem Anstieg auf 107,0 Punkte gerechnet. “Die deutsche Wirtschaft bleibt in einem moderaten Aufschwung”, erklärte der neue Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate besser als zuletzt, ihre Lage allerdings etwas ungünstiger.

“Die Stimmung in der Wirtschaft ist gut, aber nicht euphorisch”, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe. Das Geschäftsklima in der Industrie und am Bau habe sich verbessert, im Groß- und Einzelhandel jedoch spürbar verschlechtert. Motor der deutschen Wirtschaft bleibe die Inlandsnachfrage. Nur deshalb stuften die Industrieunternehmen ihre Geschäftsaussichten wieder etwas
optimistischer ein. Die Produktionspläne seien deutlich nach oben korrigiert worden. «Die Exporterwartungen dagegen sind gesunken.»

“Der Winterblues wegen deprimierender Signale von den globalen Finanzmärkten und der Weltwirtschaft klingt leider nur langsam ab”, meinte KfW-Chefökonom Jörg Zeuner, Frankfurt.

Für Unsicherheit sorge vor allem das globale Umfeld. Ökonomen treibt die Sorge um, dass ein Ausstieg Großbritanniens aus der Währungsunion die europäische Wirtschaft zurückwerfen könnte. “Das Szenario eines Brexit ist noch nicht gebannt”, sagte Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank.

Das Ifo-Barometer für die Geschäftsaussichten stieg etwas schwächer als erwartet auf 100,4 von 100,0 Punkten. Der Lage-Index hingegen sank überraschend auf 113,2 von 113,8 Zählern. Im ersten Quartal dürfte die gesamte Wirtschaft laut Wohlrabe um 0,6 Prozent zum Vorquartal gewachsen ein. Für das laufende Quartal rechne das Ifo-Institut allerdings nur noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 0,3 Prozent.

su mit Reuters, dpa