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Peking Autoshow: Hybrid-Autos und SUVs für den chinesischen Gasfuß

Zur Eröffnung der internationalen Automesse in Peking zeigten sich die 2.000 Aussteller aus 14 Ländern zuversichtlich über das Wachstumspotenzial in

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Peking Autoshow: Hybrid-Autos und SUVs für den chinesischen Gasfuß

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Zur Eröffnung der internationalen Automesse in Peking zeigten sich die 2.000 Aussteller aus 14 Ländern zuversichtlich über das Wachstumspotenzial in China. Der Branchenverband (Vereinigung der chinesischen Personenwagenhersteller) erwartet für 2016 schätzungsweise 15 Prozent mehr verkaufte Oberklasse-Autos als im Vorjahr, bei Autos insgesamt plus zehn Prozent. Die beiden heißesten Trends: Hybrid-Autos und SUVs (Sport Utility Vehicles).

Meinung

Diese Kunden scheuen sich auch nicht, etwas mehr Geld für's Auto auf den Tisch zu legen

Mehr als die Hälfte der 650.000 weltweit verkauften Elektroautos und Plug-in-Hybridfahrzeuge wurden 2015 in China verkauft. Grund dafür ist in erster Linie die offensive Förderpolitik der Regierung, die lokal emissionsfreie Fahrzeuge als Mittel zur Verbesserung der Luftqualität in den von Smog geplagten Mega-Cities sieht. Und so entwickelt sich der mittlerweile größte Automarkt der Welt auch zum Schlüssel-Markt für die Elektromobilität.

Yale Zhang, Geschäftsführer des Shanghaier Analysehauses Auto Foresight:

“Die Beijing Autoshow wird in diesem Jahr auf jeden Fall von zwei Themen dominiert: Neue Energien, das heißt alternative Kraftstoffe, dazu vernetzte Fahrzeuge oder Smart-Autos. Und alle Autohersteller versuchen es mit immer noch mehr SUVs (Sport Utility Vehicles).”

Während es in Europa 20 Prozent Oberklassefahrzeuge gebe, seien es in China erst neun Prozent, beschwört Audi-Vertriebschef Dietmar Voggenreiter. Im vergangenen Jahr, als
der chinesische Premiummarkt nur um fünf Prozent zugelegt hatte, habe der Einbruch an Chinas Börsen die Kauflaune verdorben.

Hinzu komme, so Autoexperte Peter Fuß von der Beratungsgesellschaft EY, dass ein großer Teil der
Autokäufer in dem Riesenreich zum ersten Mal in ihrem Leben einen Wagen kauften: «Diese Kunden scheuen sich auch nicht, etwas mehr Geld für’s Auto auf den Tisch zu legen.»

So will auch Borgward, einst eine Bremer Firma, mit einem kompakten SUV (BX7) von China aus neu durchstarten, mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Pleite.

Im ersten Jahr soll eine «fünfstellige Zahl» abgesetzt werden, sagte Borgward-Chef Ulrich Walker. Geplant ist, zunächst Marktanteile in China zu gewinnen und dann weltweit zu expandieren. In fünf Jahren hofft Walker, zuvor China-Chef bei Daimler, auf einen weltweiten Absatz von 500.000 Fahrzeugen. Nach Markteinführung in Indien und
Brasilien könnte ab 2017 auch in Deutschland verkauft werden.
Als Geldgeber steht der chinesische Lastwagenbauer Foton hinter dem Projekt. Gebaut werden die Autos in China.

Bis zum 4. Mai werden bei der Messe im größten Automarkt der Welt rund 800 000 Besucher erwartet.

su mit dpa