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UN-Allianz der Zivilisationen: Zusammen gegen den Hass

Beim 7. globalen Forum der UN-Allianz der Zivilisationen in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans, haben führende Politiker darüber diskutiert, wie man

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UN-Allianz der Zivilisationen: Zusammen gegen den Hass

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Beim 7. globalen Forum der UN-Allianz der Zivilisationen in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans, haben führende Politiker darüber diskutiert, wie man Extremismus und Radikalisierung bekämpfen kann.

Meinung

Es ist wichtig, dass alle Gesellschaften zusammenhalten, um zu zeigen, dass diese Hassreden nichts mit Religion zu tun haben.

Baku, die Hauptstadt Aserbaidschans, hat anlässlich des 7. globalen Forums der UN-Allianz der Zivilisationen mehr als 2.500 Gäste aus rund 120 Ländern empfangen. Staats- und Regierungschefs, aber auch religiöse Anführer und Vertreter der Zivilgesellschaft haben sich versammelt, um den Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen zu fördern.

Angesichts der Anschläge in Paris und Brüssel und des andauernden Krieges in Syrien haben die Veranstalter beschlossen beim 7. Forum nach Wegen zu suchen, um gegen Hass, Hetze und Gewalt vorzugehen. Jean-Paul Laborde, Leiter des UN-Ausschusses für Terrorismusbekämpfung, erklärte: “Die Hassreden werden über die Medien und das Internet verbreitet. Deswegen ist es so wichtig, dass alle Gesellschaften zusammenhalten, um zu zeigen, dass diese Hassreden nichts mit Religion zu tun haben. Ihnen liegen nur Hass und Gewalt zugrunde.”

Extremisten nutzen zunehmend das Internet, um Jugendliche zu radikalisieren. Sie rufen im Namen der Religion zu Hass, Gewalt und Rache auf, u.a. auf Facebook. Auf diesem Weg gelingt es ihnen auch, viele Minderjährige für ihre Zwecke zu rekrutieren. “Bilder und Videos werden von extremistischen Gruppen wie z.B. dem sogenannten Islamischen Staat verbreitet. Sie propagieren diese Ideen und stiften einzelne Personen zu Gewalt an. Sie bringen ihnen sogar bei, wie man Anschläge ausführt und wie man Bomben baut. Diese Form der Anstiftung nimmt ganz klar zu, und dem muss ein Riegel vorgeschoben werden,” so Jolene Jerard vom Internationalen Zentrum für Forschung zu Gewalt und Terrorismus.

Aber nicht nur soziale Netzwerke, sondern auch die Medien werden an den Pranger gestellt. Ihnen wird vorgeworfen, durch ihre Wortwahl und ihre Berichterstattung die Angst vor Flüchtlingen zu schüren. Nassir Abdulaziz Al-Nasser, dem Hohen Vertreter des UN-Generalsekretärs für die Allianz der Zivilisationen, zufolge hat das weitreichende Folgen. Es sei dadurch schwieriger für die Flüchtlinge sich zu integrieren. “Angesichts der Menschen, die aus Syrien fliehen, spielen die Medien eine sehr negative Rolle. Sie sagen, dass die Flüchtlinge den Frieden, die Sicherheit und die Wirtschaft bedrohen. Dabei wissen wir alle, dass sie Opfer einer Diktatur sind,” so Nassir Abdulaziz Al-Nasser.

Viele Teilnehmer des Forums fordern neue Gesetze, um besser gegen Hetze im Internet vorzugehen. Sie sagen, es sei auch Aufgabe der sozialen Netzwerke, die Inhalte zu kontrollieren. Zudem sei es wichtig aktiv Nachrichten gegen Hass zu verbreiten. Kemal Ilter, Dozent an der Universität von North Carolina in Chapel Hill, erklärt: “Wir haben uns mit Konten beschäftigt, die Hassreden verbreiten und festgestellt, dass es meist anonyme Konten waren. Diese Onlinedienste können strikte Kontrollmechanismen nutzen, um diese anonymen Konten in den sozialen Netzwerken zu schließen. Das wäre der erste Schritt. Zweitens müssen unsere Kinder, die Schüler, lernen, was die Vorteile der sozialen Netzwerke sind, aber auch, was sie für einen Schaden anrichten können.”

Das Forum in Baku ist nicht die erste Verantstaltung, die dem Kampf von Hassreden und Gewalt gewidmet ist. Im vergangenen Dezember haben die Vereinten Nationen ein Symposium zum gleichen Thema in New York abgehalten. Euronews-Journalistin Maria Korenyuk fasst zusammen: “Am Ende dieses Forums werden die Veranstalter eine Zusammenfassung auf Englisch, Französisch, Spanisch und Arabisch veröffentlichen. Darin werden konkrete Ratschläge enthalten sein, wie man Hassreden und Extremismus in den Medien bekämpfen kann.”