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Venezuela führt Zwei-Tage-Woche ein

Der venezolanische Staatspräsident Nicolás Maduro hat für den öffentlichen Dienst eine Zwei-Tage-Woche angeordnet.

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Der venezolanische Staatspräsident Nicolás Maduro hat am Dienstag (Ortszeit) für den öffentlichen Dienst eine Zwei-Tage-Woche angeordnet. Mindestens in den kommenden beiden Wochen sind für die meisten der 2,8 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst auch Mittwoch und Donnerstag arbeitsfrei. Der Freitag ist bereits seit Anfang April für sie kein Arbeitstag mehr.

Und jetzt soll auch an den Schulen freitags unterrichtsfrei sein. Bislang waren lebenswichtige Sektoren, wie die Lebensmittelindustrie von der Arbeitszeitverkürzung ausgenommen.

Mit der Maßnahme soll Strom eingespart werden. Wegen der anhaltenden Dürre ist der Wasserstand im Stausee von Guri auf einen kritischen Rekordtiefpunkt gefallen. Das Wasserkraftwerk liefert rund 60 Prozent der in Venezuela verbrauchten Elektrizität. Der Wasserstand ist auf 241,60 Meter gefallen, ab 240 Meter ist keine Stromerzeugung mehr möglich. Nach Angaben der Regierung hat sich dei Absenkung des Wasserstands von 20 Zentimeter pro Tag auf 10 Zentimeter verlangsamt.

Die Regierung macht das Klimaphänomen El Niño für die Energiekrise verantwortlich. Die Opposition wirft der Regierung dagegen vor, notwendige Investitionen in die marode Infrastruktur zu vernachlässigen.




Zum Stromsparen wird auch die Uhrzeit vom 1. Mai an um eine halbe Stunde vorgestellt – um das Tageslicht besser zu nutzen. Der verstorbene Staatspräsident Hugo Chávez hatte 2007 die Uhren eine halbe Stunde zurückstellen lassen, damit Venezuela nicht mehr in derselben Zeitzone wie die US-Hauptstadt Washington liegt.
Die Opposition hat einen ersten wichtigen Schritt zur Abberufung Maduros gemacht. Die Wahlkommission genehmigte ein Formular, mit dem die Unterschriften zur Volksinitiative gesammelt werden können: “Wir wollen einen Regierungswechsel. Das venezolanische Volk will einen Regierungswechsel, aber er soll friedlich vor sich gehen. Deshalb haben wir diese Formulare, um 195.000 Unterschriften zu sammeln, das sind 1%. Danach können wir dann die erforderlichen 20% sammeln, das sind etwa 4 Millionen. Wir sind sicher, dass uns das in Rekordzeit gelingt”, erläutert Oppositionsführer Jesus Torrealba.

Die Regierung versucht mit bürokratischen Tricks das Referendum zu verzögern. Würde es erst in den beiden letzten Jahren der Amtszeit von Staatspräsident Maduro zu dessen Absetzung führen, käme es nicht zu Neuwahlen, sondern der Vizepräsident übernähme für den Rest der Amtszeit Maduros Posten. Das wäre ab April 2017 der Fall.