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Nordkoreas gefährliches Zündeln

Nordkorea soll erneut einen Raketentest durchgeführt haben. Das vermeldet das südkoreanische Verteidigungsministerium. Eine Bestätigung aus Pjöngjang

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Nordkorea soll erneut einen Raketentest durchgeführt haben. Das vermeldet das südkoreanische Verteidigungsministerium. Eine Bestätigung aus Pjöngjang gibt es aber nicht – ebenso wenig wie für die Meldung, der Flugkörper sei kurz nach dem Start abgestürzt. Nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap ist der Raketentest von einem US-Satelliten aufgezeichnet worden.

Dass auf der koreanischen Halbinsel immer wieder das Wort Krieg fällt, beunruhigt nicht zuletzt China. “Als Nachbar werden wir nicht zulassen, dass es auf der Halbinsel Krieg oder Chaos gibt. Sollte es so weit kommen, würde niemand davon profitieren”, sagt Staatspräsident Xi Jinping.

Nordkorea rechtfertigt sein Handeln wie den Atomtest im Januar und Raketenversuche im Februar damit, durch Abschreckung ein militärisches Gleichgewicht auf der Halbinsel herzustellen, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Pjöngjang erklärte. Das Land wirft den USA und Südkorea vor, die militärischen Spannungen in der Region zu erhöhen und kriegerische Handlungen gegen die Volksrepublik vorzubereiten.

Am 6. Mai beginnt der erste Kongress der nordkoreanischen Arbeiterpartei seit 1980. Damit solle die Position von Staatsoberhaupt Kim Jong-un gestärkt werden, meint Seo Jae-Pyoung, ein ehemaliges Parteimitglied, das in den Süden übergelaufen ist. “Das Streben, in die Partei einzutreten, ist schwächer geworden, weil viele Mitglieder verhungert sind. Sogar Parteianhänger sind der Meinung, dass eine Mitgliedschaft nicht ihren Hunger stillt und dass sie lieber Geld verdienen sollten anstatt in die Partei einzutreten.”

Kim Jong-un will auf dem Kongress ein politisches Programm absegnen lassen, mit dem er wirtschaftliche Entwicklung erreichen sowie Nordkoreas atomare Schlagkraft weiter erhöhen will.

Die Ökonomie des isolierten Landes ist international nicht konkurrenzfähig, was auch mit den Sanktionen zusammenhängt. Erst im März erneuerte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen seine Strafmaßnahmen. Weiterer Artikel zu diesem Thema…

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion bleibt China als wichtigster Handelspartner. Pjöngjangs nuklearer Ehrgeiz ist dem Nachbarn zwar ein Dorn im Auge, dennoch erhält Peking die Verbindung aufrecht – auch um zu verhindern, dass Nordkorea vom Süden geschluckt wird, sollte das Land wegen wirtschaftlicher Not implodieren.