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VW: Sparen, aber nicht an den Vorstandsgehältern

„2016 wird für uns ein Jahr des Übergangs, in dem wir den Wandel beschleunigen“, sagte Volkswagen-Vorstandschef Matthias Müller bei der Vorstellung

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VW: Sparen, aber nicht an den Vorstandsgehältern

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„2016 wird für uns ein Jahr des Übergangs, in dem wir den Wandel beschleunigen“, sagte Volkswagen-Vorstandschef Matthias Müller bei der Vorstellung der Bilanz. Wichtigstes Ziel im Jahr eins nach dem Abgasskandal: Die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Jahr hatten milliardenschwere Rückstellungen für das sogenannte Dieselgate 4,1 Milliarden Euro Verlust bewirkt, zum ersten Mal seit Konzerngründung.

Meinung

Der Volkswagen-Konzern ist robust genug, um die finanziellen Sondereinflüsse zu verkraften

Volkswagen-Vorstandsvorsitzender Mathias Müller:

“Die gute Nachricht lautet, der Volkswagen-Konzern ist robust genug, um die finanziellen Sondereinflüsse zu verkraften. Allein im Kalenderjahr 2015 ist die Netto-Liquidität des Konzernbereichs Automobile um knapp 40 Prozent auf 24,5 Milliarden Euro gestiegen.”

Der Umsatz 2016 soll um lediglich bis zu fünf Prozent unter dem von 2015 liegen, als trotz Krise ein Rekord von 213,3 Milliarden Euro erwirtschaftet wurde.

Der Spagat: Der Konzern will und muss wohl sparen, auch an den Investitionen. Erste Budgets sind bereits gekappt, mehr als 3.000 Büro-Jobs bei VW fallen weg. Gleichzeitig wartet die Branche bei den Themen Umwelt und Digitalisierung nicht.

Der Druck zum Wandel in den VW-Fabriken ist schon ohne die Abgas-Affäre groß, etwa weil der absehbare Bedeutungsverlust von Verbrennungsmotoren ganz neue Probleme schafft. Mit einem Zukunftspakt will der Betriebsrat daher noch 2016 Zusagen für die nächsten Jahre festzurren.

Den für Ende April angekündigten Zwischenbericht zur Schuldfrage im Abgasskandal verschiebt der Konzern auf unbestimmte Zeit. Die Verzögerung hänge mit “unvertretbaren Risiken” für den Konzern zusammen, weil sich mögliche Strafen gegen das Unternehmen mit einer Veröffentlichung erhöhen könnten, hieß es.

MEHR ALS 60 MILLIONEN FÜR DAS TOPMANAGEMENT

Mehr als 60 Millionen Euro zahlt der VW-Konzern für
2015 an die amtierenden und ausgeschiedenen Mitglieder des
Vorstandes. Einer Aufsichtsrats-Allianz aus Gewerkschaftern und dem VW-Großeigner Niedersachsen war es nicht gelungen, die Top-Manager zum endgültigen Teilverzicht zu bewegen, damit auch sie im Skandal ein symbolisches Zeichen setzen.

*Matthias Müller (Vorstandsvorsitzender): 4,173 Millionen Euro

Herbert Diess (Vorstand VW-Pkw): 7,127

*Francisco Javier Garcia Sanz (Einkauf): 4,362

*Jochem Heizmann (China):  3,450

*Christian Klingler (Vertrieb):  5,757

*Horst Neumann (Personal):  4,158

*Leif Östling (Nutzfahrzeuge, Austritt 28.02.15):  0,965

*Hans Dieter Pötsch (Finanzen, Austritt 7.10.15):  2,895

*Andreas Renschler (Nutzfahrzeuge, seit 01.02.2015):14,914 **

*Rupert Stadler (Audi): 4,097

*Martin Winterkorn (Ex-Vorstandsvorsitzender):  7,313

*Frank Witter (Finanzen): 0,904

*Summe: 60,115 ***

  • Inklusive 5 Millionen Euro Kompensationen aufgrund des Wechsels von
    BMW nach VW

  • Inklusive 11,5 Millionen Euro Kompensationen aufgrund des Wechsels
    von Daimler zu VW

  • Inklusive einmaliger Kompensationszahlungen für Andreas Renschler
    und Herbert Diess in Höhe von 16,5 Millionen Euro.

su mit dpa