Eilmeldung

Eilmeldung

Noch mehr magere Jahre für Credit Suisse

Die Credit Suisse hat Aktionäre und Mitarbeiter auf eine dauerhafte Durststrecke eingestimmt. Mit ihrem Umbau sei die zweitgrößte Schweizer Bank

Sie lesen gerade:

Noch mehr magere Jahre für Credit Suisse

Schriftgrösse Aa Aa

Die Credit Suisse hat Aktionäre und Mitarbeiter auf eine dauerhafte Durststrecke eingestimmt.

Meinung

Im laufenden Geschäftsjahr werden die Herausforderungen voraussichtlich kaum abnehmen

Mit ihrem Umbau sei die zweitgrößte Schweizer Bank zwar auf dem richtigen Weg, so Verwaltungsratspräsident Urs Rohner auf der Jahresversammlung. Er warnte aber zugleich vor weiteren schwierigen Monaten. “Die Umsetzung wird in den nächsten zwei Jahren nochmals viel von uns allen abverlangen.” Die Credit Suisse will das riskante Investmentbanking stutzen und stärker auf die Vermögensverwaltung für die Reichen in Asien setzen.

2015 hatte die Bank 2,6 Milliarden Euro Verlust eingefahren und auch für das erste Quartal 2016 in Zusammenhang mit Handelsverlusten rote Zahlen in Aussicht gestellt.

Seit dem Amtsantritt von Konzernchef Tidjane Thiam im Juli 2015 haben die Aktien mehr als 40 Prozent an Wert verloren, mehr als bei vielen Konkurrenten.

Wie die meisten anderen Großbanken leidet auch die Credit Suisse unter einem schwierigen Umfeld. Die heftigen Schwankungen an den Börsen und der Rohstoffpreise haben vielen Anlegern die Lust auf Transaktionen verdorben, dazu kommen die rekordniedrigen Zinsen, die die Gewinne der Institute weiter drücken. Rohner sieht keine schnelle Besserung:“War 2015 bereits ein anspruchsvolles Jahr, werden im laufenden Geschäftsjahr die Herausforderungen voraussichtlich kaum abnehmen.”

“Das Vertrauen in die heutigen Führungskräfte ist erschüttert”, sagte Dominique Biedermann vom Aktionärsberater Ethos. Er kritisierte auch die Millionen-Saläre, die das Management trotz der enttäuschenden Ergebnisse erhält. Auch nach einem freiwilligen Verzicht auf einen Teil seines Bonus streicht Thiam noch 17,3 Millionen Euro ein, als bestbezahlter Manager in der Schweiz. Die Mehrheit der Aktionäre sprach sich auf der Generalversammlung aber für die vorgeschlagenen Gehälter für Verwaltungsrat und Management aus.

su mit Reuters