Eilmeldung

Eilmeldung

Scharfe Worte: Sonneborn gegen Erdogan

Sie lesen gerade:

Scharfe Worte: Sonneborn gegen Erdogan

Schriftgrösse Aa Aa

Im EU-Parlament in Brüssel hat der Abgeordnete Martin Sonneborn für einen Eklat gesorgt, indem er eine sehr scharfe Rede gegen den Präsidenten der Türkei hielt. Sonneborn bezeichnete Recep Tayyip Erdogan auch als den “Irren vom Bosporus”. Einige Medien sprechen auch von einer satirischen Rede. Doch es geht darin auch um Völkermord und den Kurdenkonflikt.

Der fraktionsloseEU-Parlamentarier der kleinen “Die Partei” schaffte es mit seiner kurzen Intervention auf viele Titelseiten.


Auf Youtube können Sie sich die gesamte Rede anhören.


Und hier Sonneborns Worte zum Nachlesen:
“Der ‘Irre vom Bosporus’ wie wir den Irren vom Bosporus, Erdogan, im EU-Parlament liebevoll nennen, hat wieder zugeschlagen. Diesmal hat er durch seinen Botschafter die EU-Kommission angewiesen, die Förderung für ein Konzertprojekt der Dresdner Sinfoniker einzustellen, das sich mit dem türkischen Genozid an den Armeniern beschäftigt. Die Kommission hat daraufhin das Orchester aufgefordert, entsprechende Textstellen abzumildern und das Wort ‘Genozid’ zu vermeiden. Als Mitglied des Kulturausschusses möchte ich einen Vorschlag zur Güte machen: Ich empfehle den Dresdner Sinfonikern dringend, das Wort ‘Genozid’ zu streichen – und durch den Begriff ‘Völkermord’ zu ersetzen. Ich bin Deutscher und mit Völkermord kennen wir uns aus. Allerdings konstatiere ich mit einer gewissen Verblüffung, dass uns die Türkei hier allmählich den Rang abläuft. Deshalb möchte ich die türkische Regierung warnen, den hundertjährigen Rhythmus, in dem sie offensichtlich Genozide zu begehen gedenkt, derzeit genügt ein Blick auf die Lage der Kurden, nicht zu beschleunigen. Sonst müssen wir darüber nachdenken, die Drecksarbeit mit unseren Flüchtlingen jemand anderem zu übertragen. Nichts für ungut. Derzeit keine Türkei-Urlaube geplant.”

Braucht es wirklich Satiriker im EU-Parlament? Auf Twitter sind viele dafür.


Ihre Meinung können Sie uns auch auf Facebook mitteilen.