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Syriens Armee erklärt neue Waffenruhe

Die Kämpfe in der syrischen Stadt Aleppo gehen mit unverminderter Härte weiter. Bei neuen Luftangriffen auf eine Gesundheitsstation und andere Ziele

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Die Kämpfe in der syrischen Stadt Aleppo gehen mit unverminderter Härte weiter. Bei neuen Luftangriffen auf eine Gesundheitsstation und andere Ziele in Aleppos Rebellengebieten kamen mindestens elf Menschen ums Leben. Menschenrechtsbeobachter machten die syrische Luftwaffe für die Angriffe verantwortlich. Die Rebellen feuerten auf eine Moschee sowie andere vom Regime gehaltene Orte der Stadt und töteten mindestens 13 Menschen. Insgesamt sind bei den Kämpfen in der vergangenen Woche mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Unter anderem wurde das wichtigste Krankenhaus der Stadt zur Behandlung von Kindern getroffen. Bei dem Angriff starb auch der letzte Kinderarzt der Stadt, Dr. Muhammad Waseem Maaz. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen beklagte, für die Menschen in Aleppo sei das Krankenhaus unverzichtbar gewesen.

Neue Waffenruhe

Nach der Eskalation der Gewalt in den vergangenen Tagen hat Syriens Armee eine neue Waffenruhe für Teile des Bürgerkriegslandes erklärt. Sie soll jedoch nur vorübergehend gelten und schließt die zuletzt heftig umkämpfte nordsyrische Stadt Aleppo nicht mit ein. Sie umfasse die Hauptstadt Damaskus, die Region östlich davon sowie die Küstenprovinz Latakia, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. In Moskau erklärte Generalleutnant Sergej Kuralenko russischen Agenturen zufolge, Moskau und Washington hätten sich mit Billigung Syriens darauf geeinigt, dass die Kämpfe eingestellt werden sollten. Aus dem US-Außenministerium in Washington hieß es, Aleppo sei bisher nicht Teil der Waffenruhe-Vereinbarung, aber man arbeite hart daran. Man müsse derzeit im Syrien-Konflikt nehmen, was man bekommen könne.

Ban Ki Moon: Angriffe “unentschuldbar”

Wegen der zunehmende Gewalt im Bürgerkrieg hatte die Opposition die
Friedensgespräche in Genf Ende vergangener Woche verlassen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierte die bewaffneten Angriffe auf Zivilsten als «unentschuldbar». Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, erklärte, die Angriffe auf Märkte und Krankenhäuser seien Ausdruck einer «monströsen Missachtung für das Leben von Zivilisten von Seiten aller Konfliktparteien». Matthieu Amiraux, Sprecher von Ärzte ohne Grenzen, sagte, das Töten von Ärzten sei gleichbedeutend mit dem Töten von weiteren Zivilisten. «Wenn die Ärzte umgebracht werden, ist niemand mehr da, der Kranke und Verletzte versorgt», erklärte er.