Eilmeldung

Eilmeldung

Streit um Livingstones Hitler-Vergleich verärgert bis nach Israel

Die britische Labour-Partei und ihr Vorsitzender Jeremy Corbyn kommen nach den umstrittenen Hitler-Äußerungen des ehemaligen Londoner Bürgermeister

Sie lesen gerade:

Streit um Livingstones Hitler-Vergleich verärgert bis nach Israel

Schriftgrösse Aa Aa

Die britische Labour-Partei und ihr Vorsitzender Jeremy Corbyn kommen nach den umstrittenen Hitler-Äußerungen des ehemaligen Londoner Bürgermeister Ken Livingstone nicht zur Ruhe. Politiker in Israel fordern seine Partei zu einer tieferen Auseinandersetzung mit dem Thema Antisemitismus auf. Livingstone hatte unter anderem gesagt Hitler habe zunächst Pläne gehabt, die deutschen Juden nach Palästina umzusiedeln, bevor er verrückt wurde und sechs Millionen Juden umbrachte. In einem Brief an Corbin schreibt der israelische Oppositionspolitiker Isaac Herzog, er sei entsetzt über diese Aussagen. Er lud eine Delegation der Labour-Partei ein, das Holocaust-Mahnmal Yad Vashem zu besuchen, um die – so wörtlich – Geißel des Antisemitismus besser zu verstehen.

In einem Radiointerview lehnte es Livingstone ab, seine Äußerungen zu relativieren Die Affäre kommt für die Labour-Partei zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. In den nächsten Wochen stehen in Großbritannien mehrere Kommunal- und Regionalwahlen an. Ein Labour-Parlamentarier warf Livingstone unlängst vor laufenden Kameras vor, er sei ein Rassist und würde mit seinen Äußerungen die Nazis verteidigen.

Livingstone hatte sich verteidigt indem er sagte, der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sei der gleichen Meinung. In einer ersten Reaktion auf seine Äußerungen hatte die Labour-Partei die Mitgliedschaft Livingstones ausgesetzt und eine Untersuchung eingeleitet. Ob Parteichef Corbyn nun aber darüber hinaus die Einladung von Isaac Herzog annimmt und tatsächlich nach Israel reist, ist noch offen.

Die Londoner Radiostation LBC hat das Interview mit Ken Livingstone über seine umstrittenen Äußerungen online gestellt.