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Krisenbekämpfung: Venezuela stellt Uhren vor und erhöht Mindestlohn um 30 Prozent

Energieknappheit und Wirtschaftskrise: Venezuela befindet sich in einem desaströsen Zustand: Angesichts der grassierenden Inflation in seinem Land

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Krisenbekämpfung: Venezuela stellt Uhren vor und erhöht Mindestlohn um 30 Prozent

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Energieknappheit und Wirtschaftskrise: Venezuela befindet sich in einem desaströsen Zustand: Angesichts der grassierenden Inflation in seinem Land hat der venezolanische Präsident Nicolas Maduro den Mindestlohn erneut erhöht, dieses mal um 30 Prozent.

Es handle sich um die zwölfte Anhebung des Mindestlohns seit seinem Amtsantritt 2013 erklärte der sozialistische Präsident in einer stundenlangen Fernsehansprache.

Die Opposition kritisierte, die Regierung sei im Kampf gegen die Teuerung und die tiefe Rezession gescheitert.

Als weitere Maßnahme gegen die Stromkrise stellte das Land zudem die Uhren um eine halbe Stunde vor. So soll mehr Tageslicht genutzt werden. Wegen der Stromknappheit kommt es immer wieder zu Ausfällen.

Vor zehn Tagen hatte die Regierung angekündigt, dass jeder Einwohner pro Tag vier Stunden ohne Strom auskommen soll. In vielen Städten gibt es Abschaltungen, viele Fabriken und Einkaufshäuser sind betroffen.

Die Regale der Supermärkte sind schon seit Monaten leer.Die größte Brauerei des Landes, die zum Konzern “Polar” gehört, hat unlängst erklärt, dass sie die Produktion einstellen muss.

Anschließend kürzte der Staatspräsident die Arbeitswoche im öffentlichen Dienst auf zwei Tage pro Woche. Doch Kritiker bezweifeln, dass dadurch tatsächlich Energie gespart wird. Viele vermuten, dass die Angestellten in ihrer freien Zeit zuhause Klimaanlagen und Fernseher nutzen. Alberto Perez wohnt in der Hauptstadt Caracas: “Wir sind es nicht gewohnt, Energie zu sparen. Bei uns ist es anders als in Kolumbien oder Peru, wo es generell nicht viel Energie gibt und die Leute sparsamer sind. Hier sieht es anders aus. Der Plan wird definitiv nicht aufgehen.”

Hauptgrund für die Stromnot ist laut Regierung der durch das Wetterphänomen El Niño ausgelöste Wassermangel im Stausee Guri. Er liefert mit rund 70 Prozent den Grossteil der Elektrizitätsversorgung des südamerikanischen Landes.

Die Opposition kritistert dagegen Misswirtschaft und fehlende Investitionen in neue, moderne Kraftwerke.